Bender UNIMET 1000 ST — teardown & reverse engineering

Repair and reverse-engineering notes for the Bender UNIMET 1000 ST / 1100 ST medical electrical safety tester (IEC 62353, VDE 0751): BIOS dump, RS-232 command set, I2C relay matrix, F8680 PC/CHIP connector pinouts.

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Relaisplatine — I²C-Ansteuerung und Bitbelegung

Ermittelt am 2026-07-31 mit XGecu-Bus-Pirate am I²C-Bus. Unvollständig — das Projekt wurde beendet, bevor die Kartierung abgeschlossen war.

Ansteuerungskette

F8680 Pin 160 (KBCLK) ──► I²C SCL ─┐
F8680 Pin 159 (KBDATA) ─► I²C SDA ─┴─► PCF8574 ──► 74HCT14 ──► ULN2003 ──► Relaisspule

Bender hat die XT-Tastaturschnittstelle des F8680 als I²C-Bus zweckentfremdet. Die Pins sind im Datenblatt als I/O geführt, also frei ansteuerbar.

Der Bus wird über den Steckplatz der Messkarte geschleift. Ohne Karte ist er unterbrochen — ein Busscan am 14-poligen Stecker findet deshalb nichts, obwohl die PCF8574 versorgt sind und der Bus sauber auf 5 V liegt.

Umgehung: Bus Pirate direkt an Pin 15 (SDA), Pin 14 (SCL) und Pin 8 (GND) eines PCF8574 klemmen.

Buskonfiguration

Parameter Wert
Geschwindigkeit 100 kHz — der PCF8574 ist nicht schneller spezifiziert
Pull-ups keine auf der Platine — die stellte das CPU-Modul. Bus Pirate: Vpu an +5 V, dann P
Adressen 0x24 und 0x25 (7 Bit)
Bus-Pirate-Schreibweise 0x24 → schreiben 0x48, lesen 0x49 · 0x25 → schreiben 0x4A, lesen 0x4B

Logik ist invertiert

Zwischen PCF8574 und ULN2003 sitzen die 74HCT14-Inverter. Nötig, weil der PCF8574 seine High-Pegel nur mit rund 100 µA treibt — zu wenig für einen Darlington-Eingang, aber ausreichend für einen CMOS-Schmitt-Trigger.

0 schreiben = Relais zieht an. 1 = Relais fällt ab.

Nach Reset stehen alle Ausgänge auf High → alle Relais abgefallen. Sicherer Grundzustand.

⚠️ Nie 0x00 schreiben — das zöge alle Relais gleichzeitig an. Immer bei 0xFF beginnen und einzelne Bits löschen.

Bitbelegung

Baustein 0x24 (schreiben: 0x48)

Bit Wert Relais
0 0xFE K1.1 + K1.2 gemeinsam
1 0xFD offen — vermutlich lautloses Zettler-Relais
2 0xFB K3
3 0xF7 K4
4 0xEF K6
5 0xDF K5
6 0xBF K11
7 0x7F Zettler-Relais, nicht zugänglich (Netzteil davor verschraubt)

Baustein 0x25 (schreiben: 0x4A)

Bit Wert Relais
0 0xFE Zettler, unbestimmt
1 0xFD K13
2 0xFB Zettler, unbestimmt
3 0xF7 nicht ermittelt
4 0xEF nicht ermittelt
5 0xDF K15
6 0xBF K16 — schaltet etwas zur zweiten Messbuchse
7 0x7F nicht ermittelt

K1.1 und K1.2 hängen an einem Bit, arbeiten also zwingend gemeinsam. Zwei Zweifach-Wechsler ergeben vier Umschaltkontakte für eine Funktion — passt zu einer mittenangezapften Primärwicklung.

Relaisbestand

Lage Relais
neben dem Trafo K1.1, K1.2, K3, K4, K5, K6
in Trafonähe K11, K12
zwischen den beiden Steckkartenbuchsen K13, K15
unterhalb des Logikteils K16

Zwei Bauarten:

Keines der elf Relais führt L oder N. Die Netzschaltung saß auf der fehlenden Messkarte.

Detektionsmethoden

Weil die Zettler lautlos schalten und der Stromzuwachs einer Kleinrelaisspule (10–20 mA) im Verbrauch des Schaltnetzteils untergeht:

Am ULN2003-Ausgang messen. Die Spulen hängen zwischen +12 V und dem Treiberausgang.

Messwert am Ausgangspin Bedeutung
~12 V Kanal aus
~1 V Kanal aktiv (Darlington-Sättigung)

ULN2003 DIP-16: Pin 1–7 Eingänge, Pin 8 GND, Pin 9 COM (Freilaufdioden nach +12 V), Pin 10–16 Ausgänge (Pin 16 = OUT1, Pin 10 = OUT7).

Drei ULN2003 = 21 Kanäle für 16 Bits. Fünf Kanäle bleiben also ungenutzt — oder führen über den Kartenanschluss zu Spulen auf der fehlenden Karte.

Deutung der Baugruppe (unbestätigt)

Die Relaisplatine ist vermutlich die Quellen- und Bereichsplatine:

Zu prüfen wäre gewesen: Wicklungswiderstände des Übertragers messen (unter 1 Ω = Primär-/Hochstromwicklung, hunderte Ω bis kΩ = Hochspannungs- wicklung) und verfolgen, an welchen Wicklungsenden Relaiskontakte hängen.

So ließe sich die Kartierung fortsetzen

  1. Restliche Bits durchgehen, Detektion über ULN2003-Ausgänge
  2. Pro Relais: Spulenpins per Widerstandsmessung finden (Spule = einige hundert Ω, Kontakte = 0 oder unendlich)
  3. Relais anziehen lassen, dann am Kartenanschluss und an der Frontplatte durchklingeln, welche Kontakte verbunden werden
  4. Aus der Topologie die Funktion erschließen — L+N gebrückt = Isolationsprüfung, PE auf die Sonde = Schutzleiterwiderstand, und so fort