Repair and reverse-engineering notes for the Bender UNIMET 1000 ST / 1100 ST medical electrical safety tester (IEC 62353, VDE 0751): BIOS dump, RS-232 command set, I2C relay matrix, F8680 PC/CHIP connector pinouts.
Dieses Dokument ist ein Protokoll, keine Gerätebeschreibung.
Es entstand, bevor das Gerät eintraf, allein anhand eines Fotos des Bootbildschirms und der Herstellerunterlagen. Die zentrale Annahme darin — im Gerät sitze ein Kontron MOPS/386A — war falsch. Sie stammte aus einem Forenthread, der ein anderes Baujahr beschreibt.
Die Fehlspur ist samt Widerruf stehen geblieben, weil sie zeigt, wie weit man mit plausibler Dokumentenrecherche kommt und wo sie kippt. Wer die tatsächliche Hardware sucht, liest
STAND.mdundANSCHLUESSE.md.Weiterhin gültig sind die Abschnitte 5 bis 7: die Suche nach dem Bootmedium, die Verfügbarkeit von Herstellersoftware und die Frontplattenbelegung.
Stand: 2026-07-27. Gerät noch nicht eingetroffen; Analyse basiert auf dem POST-Foto
(s-l1600.webp) plus Herstellerdokumentation.
Foto des Boot-Bildschirms zeigt:
(C)Copyright Chips & Technologies, Inc.
0640K Base RAM Passed
Using defaults for system configuration
Diskette error - Press any key (in Endlosschleife)
Bewertung Zeile für Zeile:
| Zeile | Bedeutung |
|---|---|
Chips & Technologies |
Video-BIOS, nicht das System-BIOS. C&T-Flachbildschirm-Controller (65545/65550-Klasse) auf einer separaten PC/104-VGA-Karte. |
0640K Base RAM Passed |
Speichertest bestanden — CPU, RAM, Chipsatz arbeiten. |
Using defaults for system configuration |
Kernbefund. BIOS konnte die gespeicherte Konfiguration nicht laden und hat Werkseinstellungen geladen. |
Diskette error |
Folge der Zeile darüber, nicht eigenständiger Fehler. Kein Laufwerk C: gefunden → Rückfall auf A: → dort nichts. |
⛔ WIDERRUFEN am 2026-07-30 — Plattform ist NICHT das Kontron MOPS/386A
Fotos vom geöffneten Gerät (
bilder/20260730_*.jpg) zeigen als CPU-Baugruppe ein Modul mit Chips & Technologies F8680 „PC/CHIP” (AufdruckF8680 A / TM1478A / 9444 HONG KONG, Taktangabe 14 MHz), NEC-SRAMsD43256AGU-10Lund einem TaktgeberICD2027SC-1.Damit ist Abschnitt 2 und der darauf aufbauende Reparaturweg in Abschnitt 4 hinfällig. Der Forenthread mikrocontroller.net/566576 beschrieb ein anderes Baujahr bzw. eine andere Revision des UNIMET 1000 ST.
Ungültig: JUMPtec-Flash-Disk-Submenü,
INT 13h Drive Mapping,Erase On Next Boot,SSDINIT.EXE, Phoenix-Setup perF2, Steckerbezeichnungen X4/X5/X11, Batterie an X1C Pin 3 / X4 Pin 9.Weiterhin gültig: die gesamte Bender-Seite (Handbücher, Prüfschritte, RS-232/SCPI-Referenz, Messtechnik) und der Grundsatz Backup vor jedem Experiment.
Neue Plattformunterlagen liegen in
docs/f8680/. Aktueller Stand siehe Abschnitt 2a.
Der PC/104-Stapel besteht aus mindestens drei Baugruppen:
1. CPU-Modul — Chips & Technologies F8680 „PC/CHIP”
F8680 A, TM1478A, Datumscode 9444 (KW 44/1994), 14 MHZD43256AGU-10L SRAM (32K×8), Taktgeber IC Designs ICD2027SC-1Das erklärt den Bootbildschirm: (C)Copyright Chips & Technologies, Inc. ist
das System-BIOS des F8680, nicht ein Video-BIOS. 0640K Base RAM Passed
passt zur XT-Klasse. Die frühere Deutung „separate VGA-Karte mit C&T-Controller”
war falsch.
2. Multi-I/O — „A104-MIO”, VER: B
UMC UM82C863F (9448), PAL16L8ACN, Quarz 24,000 MHzGD75188, GD75189A, MC1488N, SN75189N3. PCMCIA — auf der Rückseite desselben CPU-Moduls
Korrektur (2026-07-31): Das ist keine eigene Trägerplatine, sondern die
Lötseite des CPU-Moduls. Beide Fotos zeigen dieselbe Baugruppe B170X4.
74HCT245, U6/U7 unbestücktDa der F8680 PCMCIA nativ unterstützt, ist die Speicherkarte als Boot- oder
Massenspeichermedium plausibel — nicht nur als Katalogspeicher. Das würde das
Symptom ebenso erklären: keine Karte → kein C: → Rückfall auf A:.
Der folgende Abschnitt beschreibt, wovon wir vor Eintreffen des Geräts ausgingen. Er ist falsch und bleibt nur zur Nachvollziehbarkeit stehen.
Laut Forenthread mikrocontroller.net/topic/566576 (zwei Geräte, gleiches Symptomumfeld):
Software-Stack: MS-DOS 5.0 auf dem Flash, startet per AUTOEXEC.BAT die
Anwendung UNIMET.EXE — das ist die eigentliche Gerätesoftware.
Widerlegt: „leere CMOS-Batterie hat die Konfiguration gelöscht”. Das MOPS/386A speichert die Setup-Konfiguration im EEPROM, nicht in batteriegepuffertem RAM. Handbuch Rev. 1.5, Abschnitt BATT:
„An external battery on this pin is only required for the update of the RTC. The CMOS setup configuration data is stored in an onboard EEPROM and will not get lost, even without a battery connected.”
Eine leere Batterie kostet also nur Datum/Uhrzeit — relevant für Zeitstempel in Prüfprotokollen, aber kein Boothindernis.
Wahrscheinlichste Ursache: Die BIOS-Konfiguration im EEPROM ist verloren/ungültig
(Checksummenfehler, oder jemand hat „Load Setup Defaults” ausgelöst). In den
Werkseinstellungen steht die Silicon-Disk auf INT 13h Drive Mapping = Disabled.
Damit verschwindet das Boot-Flash als Laufwerk C:, das BIOS findet keine Festplatte,
fällt auf A: zurück — und meldet Diskette error.
Das erklärt beide Bildschirmzeilen mit einer einzigen Ursache und ist rein per BIOS-Setup behebbar, sofern der Flash-Inhalt intakt ist.
Alternativursachen, falls das nicht greift: Flash-Inhalt beschädigt/gelöscht, defektes EEPROM (Konfiguration hält nicht), oder ein zusätzliches IDE-Medium fehlt.
Reihenfolge einhalten — Backup vor Schreibzugriffen.
F2 beim Boot → Phoenix BIOS Setup.INT 13h Drive Mapping auf Drive 80
(entspricht C: unter DOS).Boot sequence auf C: then A:.Strg+C drücken, Abbruch der Batchdatei mit J
bestätigen → DOS-Prompt statt UNIMET.EXE.Erase On Next Boot niemals auf Enabled — löscht beim nächsten Start das
komplette Flash-Volume inklusive DOS und UNIMET.EXE. Das ist der Totalverlust.SSDINIT.EXE (Kontron) nötig, um überhaupt wieder eine DOS-Partition anzulegen.Write Protect = Enabled schützt den Flash im Betrieb.UNIMET.EXE ist nirgends öffentlich verfügbar. Keine Image-Dumps, keine
Firmware-Archive gefunden. Der Forenthread von 04/2024 endet ohne Ergebnis; eine
Anfrage des Threadstarters bei Kontron wurde abgelehnt.bentron.de ist tot — die Domain liefert heute eine fremde 503-Seite
(„IHK Baustellennavi”), TLS-Zertifikat verweist auf sylphen.com.
Aktueller Kontaktweg daher über Bender direkt bzw. das Bender-Connect-Portal.UniBackup — Stammdaten/Gerätekatalog sichern, Firmware-Updates einspielenUNIData1100 — PC-Auswertung, kann auch die Gerätedatenbank reparierenKonsequenz: Der Flash-Inhalt ist das einzige Unikat im Gerät. Es gibt keine Bezugsquelle für ein Ersatz-Image. Backup hat Priorität vor allem anderen.
disk_104Bedienungshandbuch, Abschnitt 6.3.4 (Firmware-Update über UniBackup):
„1. Geben Sie an, wo sich das Updateverzeichnis befindet. – Für UNIMET® 1100ST benötigen Sie das Verzeichnis „disk_ETX”. – Für UNIMET® 1000ST mit PCMCIA-Laufwerk benötigen Sie das Verzeichnis „disk_104”.”
Zwei Schlüsse daraus:
104 = PC/104 (das MOPS-Board),
ETX = ETX-Modul im neueren 1100ST. Deckt sich mit dem Forenbefund.disk_104-Verzeichnis wäre damit genau das Recovery-Image, das für den
Totalverlust-Fall fehlt.Damit ist disk_104 das lohnendste Suchziel. Mögliche Quellen: alte
BENTRON-/Bender-Update-CDs, Service-PCs in Medizintechnik-Werkstätten,
Restbestände bei Händlern, die UNIMETs gewartet haben.
disk_104-Suche (2026-07-27)Ergebnis: nicht öffentlich verfügbar. Im Detail:
downloadfiles.asp?lng=1031&typ=s) führte genau zwei
Einträge:
products/Unimet300.zipproducts/s/0/UniBackupV1.1.zipUnimet300_V110.exe (gesichert unter
software/archive/). Es ist ein WinZip-Self-Extractor mit unimet300.hex —
also Intel-HEX-Firmware für einen Mikrocontroller. Der 300ST ist damit eine völlig
andere Architektur als der 1000ST (PC/104 + DOS + Verzeichnis). Für disk_104
ohne Erkenntniswert, bestätigt aber die Paketierungskonvention.Wichtige Unterscheidung: UniBackup ist nicht das OS. Es ist das PC-seitige
Übertragungswerkzeug. disk_104 war ein separates Update-Paket, das BENTRON auf
Anfrage lieferte. Selbst ein Fund von UniBackup brächte das Betriebssystem nicht.
Erase On Next Boot tabu.nadmin1706, Thread 566576, 04/2024) besitzt zwei UNIMET 1000ST und
wollte den Flash auslesen. Möglicherweise inzwischen erfolgreich. Direkte Anfrage
lohnt.„UNIMET® 1000ST älterer Bauart haben eine PCMCIA-Karte zum Speichern der Kataloge. Während aller Arbeiten, die den Gerätekatalog oder den Typenkatalog betreffen, darf diese Karte nicht entnommen werden.”
Die Karte trägt also die Datenbank (Geräte-/Typenkatalog), nicht das Betriebssystem. Ein leerer Slot erklärt den Bootfehler folglich nicht — der tritt im BIOS auf, lange vor DOS und Anwendung.
Offen: ob UNIMET.EXE ohne gesteckte Karte überhaupt startet oder mit einem
Datenbankfehler stehenbleibt. Die Karte sollte beim Verkäufer erfragt werden.
| Kennung | Funktion |
|---|---|
[E] |
Prüfsteckdose — Netzkabel des Prüflings |
1…10 |
Buchsen für Patientenelektroden (Anwendungsteile) |
[A] + [B] |
aktive Prüfspitze TP2 mit Drucktaster |
[B] |
einpolige Messleitung (passive Prüfspitze) |
[C] |
Potentialausgleich |
[D] FE |
Funktionserde |
Die zehn Patientenelektroden-Buchsen belegen die Medizin-Variante (Patientenableitströme nach IEC 62353 mit Anwendungsteilen).
Hinweis: Die Farbzuordnung im Handbuch ([B] violett) stammt aus dem
1100ST-Kapitel; am 1000ST auf dem Foto sind [A] gelb und [B] grün.
docs/kontron/MOPS386A_Users_Guide_rev1.5.pdf Board-Handbuch (maßgeblich)
docs/kontron/MOPS386A_Users_Guide_rev1.4.pdf ältere Revision
docs/bender/Bedienungshandbuch_UNIMET_1000ST_1100ST_de.pdf
docs/bender/UNIMET_Interface_Handbuch_de.pdf Schnittstellen/UniBackup/UNIData
docs/bender/UNIMET300ST_Handbuch_de.pdf
docs/bender/UNIMET800ST_Controlcenter_de.pdf
docs/bender/UNIMET1100_Flyer_de.pdf
docs/diskonchip/DiskOnChip_Software_Utilities.pdf
research/MOPS386A_manual.txt durchsuchbarer Volltext
research/threads/mikrocontroller_566576.{html,txt} nur lokal, Thread: mikrocontroller.net/topic/566576