Repair and reverse-engineering notes for the Bender UNIMET 1000 ST / 1100 ST medical electrical safety tester (IEC 62353, VDE 0751): BIOS dump, RS-232 command set, I2C relay matrix, F8680 PC/CHIP connector pinouts.
Vollständige Aufnahme aller Steckverbinder des F8680-Moduls, ermittelt durch Durchklingeln am geöffneten Gerät. Dazu die für dieses Gerät relevanten Pins des Prozessors und die Daten des Displays.
Kernaussage: Von sechs Steckverbindern des Moduls sind nur vier beschaltet. Das Modul ist ein Standardprodukt mit vollem I/O-Satz, von dem Bender nur einen Teil genutzt hat.
Der F8680 integriert CPU, Speichercontroller, LCD-/Videocontroller, Tastatur, zwei serielle Schnittstellen, einen Parallelport und die PCMCIA-Schnittstelle. Entsprechend müssen vom Modul herunter:
| Funktion | Erwartete Aderzahl | Bemerkung |
|---|---|---|
| LCD-Panel | 14–20 | mono/STN, Datenbits + CL1/CL2/FLM/M + Versorgung |
| Tastaturmatrix | 26 | ✅ bestätigt, linker Rand, dünn belegt |
| Seriell (1–2×) | 10 je Port | LT1137ACG sitzt auf dem Modul → RS-232-Pegel |
| Parallel | 26 | evtl. ungenutzt, A104-MIO hat einen eigenen |
| PCMCIA | — | kein Stecker — Steckplatz sitzt auf der Rückseite desselben Moduls |
| Messteil | 14 | ✅ bestätigt, zur Relais-/Backplane-Platine |
| Versorgung | 4 | rot/blau/gelb/schwarz, kleiner Steckverbinder |
| PC/104-Bus | 64 + 40 | schwarze Stapelverbinder |
Konvention: Bus immer oben, bei jeder Richtungsangabe, auf beiden Seiten.
┌─────────────────────────┐
│ CPU-Modul B170X4 │
│ F8680 · PCMCIA hinten │
└─┬───┬────────┬────────┬─┘
4-pol Versorgung │ │ │
26-pol Einzeladern ───┘ │ │
→ Frontblende (Matrix) │ │
│ │
14-pol #1 ─────────────┘ │
→ Relaisplatine │
└→ Bus mit Steckplätzen │
└→ Flachband → RS-485 (Rückwand)
│
14-pol #2 ──────────────────────┘
→ Verteilerplatine (Display/IO)
└→ dünnes Flachband → Display-Panel
└→ Flachband → RS-232 Rückwand (galv. getrennt, NM232DD)
└→ CCFL-Inverter PCU-554 (Hintergrundbeleuchtung)
Nur vier Anschlüsse des CPU-Moduls sind überhaupt beschaltet. Alles Weitere ist Modulfunktion eines Standardprodukts, die Bender nicht genutzt hat.
Vollständige Aufnahme, von links nach rechts (Bus oben):
| # | Pins | Belegt | Funktion im Gerät |
|---|---|---|---|
| 1 | 4 | ✅ | Versorgung — gelb +5 V, schwarz GND, rot/blau 12 V |
| 2 | 26 | ❌ | ungenutzt — MC34063AP1 daneben, Kandidat LCD-Variante oder Parallelport |
| 3 | 10 | ❌ | ungenutzt — Bauform einer seriellen Schnittstelle |
| 4 | 14 | ✅ | zur Relaisplatine — Messteil + RS-485-Pfad |
| 5 | 14 | ✅ | zur Verteilerplatine — Display + RS-232 + Versorgung |
| 6 | 26 | ✅ | Tastaturmatrix — Einzeladern, nur ~6–10 der 26 Positionen belegt |
Dazu oben der PC/104-Stapel (64 + 40 pol.) und auf der Rückseite der
PCMCIA-Steckplatz sowie die unbestückten Plätze U6, U7 (DIP-28) und U16
(PLCC-44).
Vier von sechs Anschlüssen beschaltet — das Modul kann mehr, als das Gerät nutzt.
Belegung des 14-Polers #2 (rechnerisch plausibel): 4 Datenbits, CL1, CL2, FLM, M für das STN-Panel = 8 · dazu +5 V, GND, VEE = 11 · plus TX, RX, Signalmasse = 14.
Kontrasteinstellung sitzt auf der Verteilerplatine, prominent und unmittelbar neben dem dünnen FFC zum Panel — also dort, wo man sie beim Blick auf den Bildschirm bedienen kann.
RP1 auf dem CPU-Modul ist damit ungeklärt. Entweder ein
Widerstandsnetzwerk (dafür spricht der Bezeichner RP; in dieser Rolle am
ehesten Pull-ups für die Tastaturmatrix) oder ein Trimmer des Moduls für
eine hier ungenutzte Funktion. Für das Gerät ohne Belang.
| Pin | Signal | Bedeutung |
|---|---|---|
| 160 | KBCLK* |
Keyboard Clock |
| 159 | KBDATA* |
Keyboard Data |
| 158 | SPKR |
Lautsprecher |
| 157 | GND |
Masse |
| 151–154 | PS1…PS4 |
Programmable Pins — PS4 gehört laut Design Guide Fig. 6-1 zur Tastaturbeschaltung |
| 107 / 106 | Tx / Rx |
UART (nur einer vorhanden, wahlweise COM1 oder COM2) |
| 108–113 | RTS*, CTS*, RI*, DSR*, CD*, DTR* |
Modemsteuerung |
| 98–102 | DOT0/B…DOT3/I |
4 Datenbits zum LCD — passt zum DMF-50840 |
| 103–105 | HS/LP, VS/FLM, DOTCLOCK |
Bildtiming |
| 90–97 | MCCE1/2*, MCRDY, MCCD1/2*, MCBAT1/2, CARDB |
PCMCIA-Kartensignale, inkl. Kartenbatterie-Überwachung |
| 48 | ROMCS* |
ROM Chip Select — das BIOS-EPROM |
| 121–150 | GRD0…GRD7, GRA0…GRA14, GRACS*, GRAOE*, GRAWE* |
Grafikspeicher-Bus zum D43256AGU-10L |
| 1, 41, 59, 82, 121, 145 | VCCPAD |
Versorgung der Ausgangstreiber (Eingang, keine Quelle) |
| 19, 115 | VCC |
Kernversorgung |
KBCLK und KBDATA sind die beiden letzten Pins des Gehäuses und sitzen
damit unmittelbar um die Ecke neben Pin 1 — ohne Abzählen auffindbar.
Pin 1 ist VCCPAD, nicht Masse. Masse liegt u. a. auf 5, 13, 30, 49, 65,
72, 89, 100, 118, 125, 137, 157.
| Auflösung | 320 × 240 (QVGA) |
| Typ | F-STN monochrom, transmissiv, 5,7” |
| Datenübertragung | 4 Bit parallel |
| Anschluss | 14-poliges FFC, 1,25 mm Raster — das dünne Band von der Verteilerplatine |
| Beleuchtung | CCFL, versorgt vom TDK PCU-554 auf der Verteilerplatine |
| Versorgung Inverter | 5 V — gemessen und bis zur 5-V-Schiene des CPU-Moduls zurückverfolgt |
| Kontrastverhältnis | 15:1 typ. |
| Temperatur | 0…50 °C Betrieb |
Datenblatt: alldatasheet.com / datasheetcatalog.com unter DMF-50840
(Direktabruf von dort blockiert, noch nicht lokal gesichert).
Folge für den Bildschirmmodus: Bei 320 × 240 läuft der Bootbildschirm in
40×25 Text, nicht 80×25 — passt zu den Zeilenlängen auf dem Verkaufsfoto.
Im BIOS-Setup steht bei Display: entsprechend Color (40x25) zur Wahl.
Die Handbuch-Screenshots mit 321×201 px sind der Grafikmodus 320×200, den
UNIMET.EXE benutzt.
Das Panel ist ein gängiges 5,7”-Industriedisplay und als Ersatzteil weiterhin beschaffbar.
Versorgungsbedarf des Displaysystems:
Panel-Logik (VDD) |
5 V |
| CCFL-Inverter | 5 V |
VEE — negative Vorspannung fürs Flüssigkristall |
typ. −15 … −25 V, bestimmt den Kontrast |
Von außen wird nur 5 V zugeführt; VEE erzeugt das Gerät selbst — Kandidat
ist der MC34063AP1 auf dem CPU-Modul, das Kontrastpoti auf der
Verteilerplatine stellt den Arbeitspunkt ein.
Für eine Wiederverwendung mit eigenem Controller heißt das: Verteilerplatine und
VEE-Erzeugung mitbenutzen, dann reichen 5 V plus Signale. Bei komplettem
Neuaufbau muss die negative Spannung selbst erzeugt werden. Den exakten
VEE-Wert nennt das Optrex-Datenblatt des DMF-50840.
⚠️ Ausgangsseite des Inverters und Lampenzuleitung führen im Betrieb einige hundert Volt Wechselspannung. Nur die Eingangsseite antasten.
Gerät eingeschaltet, Messung gegen Masse:
| Befund | Bedeutung |
|---|---|
| 0 V, Durchgang zum Massepunkt | GND |
| +5 V fest, belastbar | Versorgung |
| −9 … −12 V im Ruhezustand | RS-232-Ausgang (LT1137) — unverwechselbar |
| +9 … +12 V | RS-232, aktiver Pegel |
| hochfrequente Aktivität, Kabel zum Display | LCD-Panel |
| reihum gepulst | Matrix-Zeile (getriebener Ausgang) |
| statisch +5 V, bricht unter 10 kΩ ein | Matrix-Spalte oder anderer Eingang mit Pull-up |
| statisch +5 V, bleibt stabil | getriebener Ausgang high |
⚠️ Am feinpoligen QFP nur im ausgeschalteten Zustand antasten. An Pfostensteckern im 2,54-mm-Raster ist Messen im Betrieb unkritisch.
PCU-554,
NM232DD und 74HCT14N) und werden erst dort wieder herausgeführt.
Es geht also kein Kabel direkt vom CPU-Modul zum Display oder zur Rückwand.