Bender µP601 — documenting a working medical safety tester

Field notes on the Bender µP601 / µP 601-1 (B928161) medical electrical safety tester (IEC 601-1, DIN VDE 0751): menu tree, built-in DPN-240 dot-matrix printer, RS-232, no manual available.

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Menübaum — Bender µP Safety Tester Model 601

Aufnahme der Bedienoberfläche. Weil kein Handbuch existiert (../QUELLEN.md), ist dieses Dokument die Funktionsbeschreibung des Geräts.

Softwarestand: IVM429 D (Startbildschirm oben rechts, Deutung siehe FUNKTIONSAUFNAHME.md Abschnitt B) · Sprache: Deutsch


Die Bedienoberfläche zeigt selbst an, was möglich ist

Zwei Eigenschaften des Geräts machen das Kartieren fast mechanisch:

1. > markiert eine belegte Displayzeile. Zeilen ohne > sind Titel, Text oder Messwert. Man muss nicht raten, welcher Softkey etwas tut.

2. Hinter allen sieben Tasten sitzen LEDs — den drei Softkeys ebenso wie START, F, ↑ und ↓ (belegt 2026-08-14). Sie zeigen an, welche Tasten im gerade angezeigten Bildschirm aktiv sind.

Damit ist auf jedem Bildschirm ohne Ausprobieren vollständig ablesbar, welche Wege es gibt. Das ist die verlässlichste Grundlage für eine lückenlose Aufnahme — und zugleich die Probe: leuchtet eine LED, deren Ziel nicht notiert ist, fehlt ein Zweig. Ein Bildschirm gilt erst als aufgenommen, wenn zu jeder leuchtenden LED ein Ziel steht.

Deshalb gehört der LED-Zustand aller sieben Tasten zu jedem Bildschirm.

Nebenbefund: > und die Softkey-LEDs sagen dasselbe. Ob sie immer übereinstimmen, ist im Vorbeigehen zu prüfen — eine leuchtende Softkey-LED ohne > in der zugehörigen Zeile wäre ein interessanter Sonderfall.


Tastenmodell — Arbeitsstand

↑ und ↓ sind keine Blättertasten, sondern bewegen zwischen Ebenen:

Ort ↑ ↓
Startbildschirm [S00] → ins Menü [S02] → Selbsttest [S03]
Auswahlmenü [S02] ○ dunkel zurück
Eingabemaske [S10] Wert übernehmen ○ dunkel

Einheitliche Lesart (Stand 2026-08-14):

↑ = vorwärts — eine Ebene hinein, oder eine Eingabe bestätigen. ↓ = zurück — eine Ebene heraus. START = ganz nach Hause.

Beides ist nur dort aktiv, wo es einen Weg gibt; die LED sagt es vorher. In [S02] ist ↑ dunkel, weil die Auswahl über die Softkeys läuft. In der Eingabemaske [S10] ist ↓ dunkel — dort gibt es keinen Rückweg.

Auf dem Startbildschirm gibt es kein „zurück” mehr; dort ist ↓ anderweitig belegt, mit dem Selbsttest.

Geklärt: START ist der Notausgang. In der Eingabemaske [S10] leuchtet die START-LED (belegt 2026-08-14). Eine begonnene Eingabe lässt sich also verlassen, ohne sie mit ↑ zu übernehmen — man landet auf dem Startbildschirm.

Damit ist die Oberfläche vollständig verstanden und in jeder Lage sicher bedienbar:

Taste Wirkung, überall gleich
↑ vorwärts — hinein oder bestätigen
↓ zurück — eine Ebene heraus
START Abbruch, zurück zum Startbildschirm
F Nebenebene zum aktuellen Bildschirm
Softkeys die angezeigten Optionen

Keine Sackgassen, kein Zustand ohne Ausweg. Das ist die Voraussetzung dafür, auch die heiklen Zweige — Messdatenverwaltung, ein etwaiges Servicemenü — gefahrlos ansehen zu können: Man kann jederzeit aussteigen, ohne etwas zu bestätigen.

Damit ist eine Frage wieder offen, die schon als geklärt galt: Wie werden Listen dargestellt, die länger sind als drei Einträge? Wenn ↑/↓ nicht blättern, muss es einen anderen Weg geben — ein Softkey „weiter”, der Nummernblock zur Direktwahl, oder das Menü ist tatsächlich auf drei Einträge je Bildschirm begrenzt und dafür tief statt breit gebaut.

Beim ersten längeren Menü darauf achten. Das entscheidet, wie der ganze Baum geformt ist.


Notation

[Kennung] Bildschirmname            (Weg dorthin)
  1  <Zeile 1 wörtlich>
  2> <Zeile 2 wörtlich>             → Ziel
  3> <Zeile 3 wörtlich>             → Ziel
  4  <Zeile 4 wörtlich>
  LED: START ● · F ● · ↑ ● · ↓ ○    (● leuchtet, ○ aus)
  F → Ziel · ↑ → Ziel · ↓ → Ziel

Regeln:


[S30] Spannungstest — beim Einschalten, vor allem anderen

Erreicht: läuft selbsttätig nach dem Einschalten · aufgenommen 2026-08-15

  1  Spannungstest
  2  <leer>
  3  Bitte warten !
  4  <leer>

Das Gerät stellt hier fest, welcher Stift seines eigenen Schuko-Steckers die Phase führt. Bei falscher Lage fordert es auf, auszuschalten und den Stecker zu drehen. Begründung und Folgen: FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt B.

Der Name bestätigt die Vermutung: Es ist ein Spannungstest, keine Strommessung — also der Vergleich beider Netzleiter gegen den Schutzleiter.

[S31] Meldung bei falscher Steckerlage

Aufgenommen 2026-08-15, wörtlich:

  1  Bitte ausschalten
  2  und Netzstecker des
  3  µP-Tester in der
  4  Steckdose drehen!

Die Anzeige stellt das µ tatsächlich dar (bestätigt 2026-08-15) — dort steht µP-Tester, nicht uP-Tester.

Das ist ein kleiner Hardwarehinweis: Das Zeichen µ liegt im Standard-Zeichensatz HD44780 A00 auf Platz 0xE4. Dass es verfügbar ist, stützt die Annahme eines HD44780-kompatiblen Zeichendisplays (FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt A) — bislang nur aus der Bauform geschlossen.

Alle vier Zeilen sind Text — kein >, keine Auswahl. Aber START leuchtet, und ein Druck darauf startet die Spannungserkennung neu (belegt 2026-08-15).

Die Meldung ist also kein Endzustand: Man dreht den Stecker und drückt START, statt aus- und wieder einzuschalten. Der Text ist insofern strenger formuliert als das Gerät sich verhält — verständlich, denn das Ziehen des Steckers ist ohnehin nötig, um ihn zu drehen, und dabei geht das Gerät sowieso aus.

Die Bauentscheidung aus FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt B, bleibt davon unberührt: Das Gerät gleicht die Steckerlage nicht selbst aus. Es prüft nur auf Verlangen erneut.

Nachtrag zur Typografie

Die Meldung endet mit drehen! — ohne Leerzeichen vor dem Ausrufezeichen, anders als Bitte warten ! in [S30] und [S03].

Damit ist die frühere Notiz zu berichtigen: Es handelt sich nicht um eine durchgehaltene Schreibkonvention, sondern schlicht um Uneinheitlichkeit innerhalb desselben Softwarestands. Das reiht sich in SET:, ja/Nein und die wechselnde Schreibung von >>> Nur Messung <<< ein.

Der Startvorgang ist damit vollständig (2026-08-15)

Einschalten
   │
   └─► [S30] Spannungstest — „Bitte warten !"  ◄─────────┐
          │                                              │
          ├─ Phasenlage falsch ─► [S31] „Bitte ausschalten …"
          │                        START ● ── erneut prüfen ┘
          │
          └─ Phasenlage richtig ─► [S00] Startbildschirm
                                    Betreibername · IVM429 D

Der Systemselbsttest [S03] gehört nicht zum Startvorgang. Er wird ausschließlich von Hand ausgelöst, mit ↓ vom Startbildschirm.

Warum diese Aufteilung folgerichtig ist

Das Gerät unterscheidet zwei Arten von Prüfung an sich selbst — und behandelt sie verschieden:

  Spannungstest [S30] Systemselbsttest [S03]
Auslösung zwingend, bei jedem Einschalten freiwillig, auf Tastendruck
Gegenstand die Umgebung — Phasenlage der Steckdose das Gerät — eigene Baugruppen
Bei Nichtbestehen Betrieb wird verweigert Ausdruck, sonst keine Sperre bekannt
Ausdruck keiner beobachtet ja, mit Datum, Zeit, Nennspannung, Gerätenummer

Erzwungen wird, was die Messungen verfälschen würde; freigestellt bleibt, was nur der Diagnose dient. Die Phasenlage ist Voraussetzung jeder folgenden Messung — ohne sie wären „Netzleiter offen” und „Phase vertauscht” bedeutungslos. Deshalb steht sie vor allem anderen und lässt sich nicht übergehen.

Für die Praxis heißt das: Das Gerät kann nicht falsch herum betrieben werden. Wer eine Messung von ihm bekommt, hat die richtige Phasenlage — das ist keine Frage der Sorgfalt des Anwenders.

Musterbildung: „Bitte warten !”-Bildschirme

Dieselbe Form wie beim Systemselbsttest [S03]:

  1  <was gerade läuft>
  2  <leer>
  3  Bitte warten !
  4  <leer>

Damit ist ein weiteres Bauprinzip der Oberfläche belegt: Läuft ein Vorgang ohne Zutun des Anwenders, steht in Zeile 1 sein Name und in Zeile 3 Bitte warten ! — keine Softkeys, kein >. Beim Kartieren sind solche Bildschirme daran sofort zu erkennen.

Bemerkenswert die Schreibweise mit Leerzeichen vor dem Ausrufezeichen (Bitte warten !) — französische Typografie im deutschen Text, an beiden Stellen gleich. Eine weitere Eigenart des Softwarestands IVM429 D, neben SET:, ja/Nein und >>> Nur Messung <<< / >>> NUR MESSUNG <<<.


[S00] Startbildschirm

Erreicht: nach dem Einschalten · aus jeder Lage mit START

  ?  <Name des früheren Betreibers>          ┐ genaue Zeilenzuordnung
  ?  …                                       ┘ noch nicht aufgenommen
  ?  … IVM429 D   (oben rechts)
  ?  …
  LED: START ● · F ● · ↑ ● · ↓ ●

Abgänge — vollständig belegt (2026-08-14):

Bedienung Ziel
einer der drei Softkeys → [S02] Menü
↑ → [S02] Menü — derselbe Weg
↓ → [S03] Selbsttest
F → [S01] Sprachauswahl
START bleibt auf [S00], siehe unten

Bemerkenswert: ↑ und die Softkeys führen zum selben Ziel. Das Menü ist also auf zwei Wegen erreichbar — ein Hinweis darauf, dass die Softkeys hier nicht drei verschiedene Zweige öffnen, sondern gemeinsam „ins Menü” bedeuten. Zu prüfen: Landen wirklich alle drei Softkeys auf demselben Bildschirm, oder unterscheiden sie sich in der Vorauswahl?

Was START auf dem Startbildschirm tut

Beobachtung (2026-08-14): START erneut gedrückt, obwohl [S00] bereits angezeigt wird — die LEDs von F, ↑ und ↓ gehen kurz aus und wieder an.

Deutung des Beobachters: „sieht aus wie Reset”. Plausibel, aber noch nicht belegt. Zwei Lesarten, die dasselbe Blinken erzeugen:

Unterscheidende Tests:

Praktische Folge unabhängig davon: START ist der zuverlässige Rückweg, aber nichts, worauf man beim Eingeben von Daten vertrauen sollte. Beim Kartieren gefahrlos benutzen — beim späteren Arbeiten mit Prüflingsdaten nicht mitten in einer Eingabe drücken.

Nachtrag (2026-08-15): Deutung A gewinnt deutlich

Auf der Meldung [S31] — falsche Steckerlage — leuchtet START, und ein Druck darauf lässt den Spannungstest [S30] von vorn laufen.

START stößt dort also den Startvorgang neu an, nicht bloß einen Bildschirmwechsel. Das ist genau das Verhalten, das Deutung A — Neustart der Anwendung vorhersagt, und es erklärt zugleich das kurze Erlöschen der LEDs auf [S00]: Dort läuft dieselbe Routine, findet aber nichts vor, was sie ändern müsste.

Damit ist die ursprüngliche Beobachtung des Bedieners — „sieht aus wie Reset” — bestätigt. Offen bleibt nur noch der Umfang: Ob START auch Einstellungen wie die Sprache auf Vorgabewerte zurücksetzt, klärt weiterhin der Test oben (auf Englisch stellen, START drücken, nachsehen).

Noch aufzunehmen:


[S01] Sprachauswahl

Erreicht: F von [S00]

  ?  <noch nicht aufgenommen>
  ?> deutsch          → stellt Deutsch ein
  ?> englisch         → stellt Englisch ein
  ?  <noch nicht aufgenommen>
  LED: noch nicht aufgenommen

Belegt (2026-08-14):

Noch aufzunehmen:


[S02] Menü

Erreicht: Softkey oder ↑ von [S00]

Aufgenommen 2026-08-14:

  1  Betriebsart:
  2  Prüfungen nach:
  3> IEC 601-1:1988          → [S04]
  4> DIN VDE 0751T1/90       → [S05]
  LED: Softkey Zeile 3 ● · Softkey Zeile 4 ● · START ● · F ● · ↑ ○ · ↓ ●
  F  → [S06]

Vollständig aufgenommen. Zu jeder leuchtenden LED steht ein Ziel:

Taste LED Ziel
Softkey Zeile 3 ● [S04] IEC 601-1:1988
Softkey Zeile 4 ● [S05] DIN VDE 0751T1/90
START ● [S00] Startbildschirm
F ● [S06] — ein weiteres Menü
↑ ○ —
↓ ● [S02] → zurück nach [S00]

↑ ist dunkel: von hier aus geht es nicht weiter „hinein”, die Auswahl läuft über die Softkeys. Das bestätigt das Tastenmodell.

Was dieser Bildschirm über den Aufbau sagt

Die oberste Menüebene ist keine Funktionsauswahl, sondern eine Betriebsartenwahl. Man entscheidet zuerst, nach welcher Norm geprüft wird; alles Weitere hängt daran.

Die Zeilen 1 und 2 sind zusammen die Überschrift („Betriebsart: / Prüfungen nach:”), die Zeilen 3 und 4 die beiden Optionen. Eine Überschrift kann also über zwei Zeilen laufen — auch das gehört zum wechselnden Layout.

Bestätigt sich damit außerdem: ↑ bedeutet hinein/vorwärts, ↓ heraus/zurück. Auf [S00] führte ↑ ins Menü, hier ist es dunkel, weil die Auswahl über die Softkeys läuft.

Der Baum verzweigt sich sofort in zwei vollständige Hälften

Die beiden Normen sind keine Beschriftungsvarianten desselben Ablaufs, sondern zwei verschiedene Prüfregime mit eigenen Prüfschritten, Messverfahren und Grenzwerten:

Betriebsart Was dahinter steht
IEC 601-1:1988 Die internationale Grundnorm für die Sicherheit medizinischer elektrischer Geräte, Ausgabe 1988. Umfangreicheres Regime — Ableitströme unter Normal- und Erst-Fehler-Bedingung, Netzspannung am Anwendungsteil.
DIN VDE 0751 Teil 1 / 90 Die deutsche Norm für die Wiederholungsprüfung medizinischer Geräte im Betrieb, Ausgabe 1990. Praxisnäheres Regime mit eigenen Verfahren, u. a. Ersatzableitstrommessung, und eigenen Grenzwerten.

Folge für die Aufnahme: es sind zwei Teilbäume zu kartieren, nicht einer. Beide gehören dokumentiert — gerade die Unterschiede zwischen ihnen sind der interessante Teil, weil sie zeigen, wie das Gerät zwei Normwelten in einer Bedienoberfläche abbildet.

Damit ist der Gerätename erklärt

Die Betriebsart IEC 601-1 ist die Norm, nach der das Gerät benannt ist: µP Safety Tester Model 601. Die früher aufgestellte Vermutung, die „601” verweise auf die Norm, ist damit vom Gerät selbst bestätigt — und zwar in der alten Zählweise IEC 601-1, nicht als IEC 60601-1, wie sie das DS601-Datenblatt von 2006 verwendet.

Datierung

Die neuere der beiden unterstützten Normausgaben ist von 1990. Ein Gerät wird nicht für Normen gebaut, die es noch nicht gibt — und ein Hersteller ergänzt eine frische Norm zügig. Das legt die Entstehung auf etwa 1990–1993 und passt zu allem anderen: Zeichendisplay, Folientastatur, Nadel- oder Thermodrucker, gepufferte Uhr mit AA-Zellen.

Einordnung heute: Beide Normausgaben sind längst abgelöst — DIN VDE 0751 durch DIN EN 62353 (VDE 0751-1). Für dieses Projekt ist das ohne Belang, weil dokumentiert und nicht zertifiziert wird. Für eine Verwendung als Prüfmittel wäre es der entscheidende Punkt.

Noch aufzunehmen


[S03] Selbsttest

Erreicht: ↓ von [S00]

Durchgeführt 2026-08-14 — bestanden.

  1  Systemselbsttest
  2  <leer>
  3  Bitte warten !
  4  <leer>
  LED: noch nicht aufgenommen

Der Test läuft rein intern: keine Handgriffe, kein Prüfling, keine Verbindung nach außen. Die Anzeige bleibt während des Laufs stehen.

Bemerkenswert an der Anzeige: belegt sind Zeile 1 und Zeile 3, Zeile 2 und 4 bleiben leer. Die Zeilen sind also nicht fest in „drei Softkey-Zeilen plus eine” aufgeteilt — das Layout wechselt je Bildschirm. Für die Kartierung heißt das: die Zeilennummer immer mitschreiben, nie aus der Position schließen.

Der Selbsttest druckt sein Ergebnis aus

Vollständiger Wortlaut, abgelesen am Ausdruck vom 2026-08-15 (../bilder/selbsttest_ausdruck_20260815.jpg), nach der Instandsetzung des Farbbandtransports erstmals sauber lesbar. Zeilenbreite 24 Zeichen:

             IVM429 D
MACK
Medizin-Technik GmbH
90482 Nürnberg
- - - - - - - - - - - -
Selbsttest bestanden
- - - - - - - - - - - -
Zeit   :    00:37:27
Datum  :    02/10/3?
Nennspannung:   230 V
Ger.Nr.:      600521
Prüfer:

Die genaue Einrückung ist aus dem Foto nur näherungsweise ablesbar; die Reihenfolge und der Wortlaut sind sicher.

Der Bleistiftstrich an der ersten Trennlinie stammt vom Auszählen der Zeichen und gehört nicht zum Ausdruck.

Was das Protokoll verrät

1. Der Kopf ist der Betreibertext. Dieselben drei Zeilen wie auf dem Startbildschirm, darüber IVM429 D — ebenfalls wie dort, rechts eingerückt. Anzeige und Ausdruck teilen sich denselben Kopf.

2. Ger.Nr.: 600521 ist die Werk-Nummer des µP601 selbst — identisch mit dem Typenschild (FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt A).

Damit ist die offene Frage von gestern beantwortet: Der Begriff „Gerätenummer” meint hier den Prüfer, nicht den Prüfling. In der Prüflingsdatenbank [S13] bezeichnet dieselbe Vokabel dagegen die Kennung eines Prüflings. Das Gerät verwendet den Begriff also je nach Zusammenhang für zwei verschiedene Dinge — beim Lesen von Protokollen darauf achten.

3. Datum : 02/10/3? — das ? erscheint auch im Ausdruck. Die Konvention „Fragezeichen für einen unbekannten Wert” gilt nicht nur auf der Anzeige, sondern auch auf Papier. Das Gerät druckt lieber ein Fragezeichen, als eine Jahreszahl zu erfinden.

Der Stand ist wieder undefiniert, weil die Uhr ohne Pufferung bei jedem Einschalten neu beginnt (BATTERIE.md). 00:37:27 ist die Einschaltdauer.

4. Neu: das Feld Prüfer: — es steht leer am Ende des Protokolls.

Zwei Deutungen, beide plausibel:

5. Der Aufbau ist zweigeteilt — Kopf mit Betreiber und Gerät, dann durch gestrichelte Linien abgesetzt das Ergebnis, dann die Einzelangaben. Für Prüfprotokolle von Prüflingen ist dieselbe Gliederung zu erwarten, mit den Messwerten anstelle der Selbsttestmeldung.

Damit ist zugleich belegt: der Drucker funktioniert und Papier ist vorhanden.

Was daraus folgt — drei Befunde

1. Es gibt eine gepufferte Echtzeituhr. Ein Gerät, das Zeit und Datum druckt, hat eine Uhr, die im ausgeschalteten Zustand weiterläuft — also eine Batterie oder einen Akku. Bei einem Gerät dieses Alters ist das der wahrscheinlichste Verschleißpunkt überhaupt.

Dieser Test kostet nichts und ist der wertvollste Zustandsbefund, der sich ohne Öffnen gewinnen lässt.

2. Die Gerätenummer ist noch nicht zugeordnet.

3. Die Nennspannung ist ein Einstellwert. Wenn das Gerät sie ausdruckt, kennt es sie — entweder fest eingestellt oder gemessen.

Noch aufzunehmen



[S04] Betriebsart „IEC 601-1:1988”

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S02] · Aufnahme begonnen 2026-08-14

  1  Betriebsart:   IEC
  2> Klassifikation          → [S15]
  3> Grenzwerteingabe        → [S16]
  4> Nur Messgerät           → [S17]
  LED: noch nicht notiert

Drei Wege, und einer davon ist der wichtigste für dieses Projekt

Zweig Was dahintersteckt
Klassifikation Einordnung des Prüflings — Schutzklasse, Anwendungsteil-Typ. Der Einstieg in den vollständigen genormten Prüfablauf mit Bewertung und Protokoll.
Grenzwerteingabe Die Grenzwerte sind einstellbar, nicht fest verdrahtet. Bemerkenswert für ein Normprüfgerät — und ein Ort, an dem man nichts verstellen sollte, solange die Werkseinstellung unbekannt ist.
Nur Messgerät Betrieb als reines Messgerät, ohne Prüfablauf, ohne Bewertung, ohne Datenbank.

Nur Messgerät — der gefahrlose Zugang zu den Messfunktionen

Das ist der praktisch wertvollste Fund dieses Bildschirms. Ein Modus, der einzelne Messungen ohne Prüflingsbezug erlaubt, bedeutet:

Für Abschnitt F der Funktionsaufnahme ist damit der Weg gefunden: Messungen werden über Nur Messgerät erprobt, nicht über den Prüfablauf.

Grenzwerteingabe — ansehen, nicht ändern

Dass sich Grenzwerte eingeben lassen, ist für sich schon eine Aussage über das Gerät: Es ist nicht auf eine Normfassung festgenagelt, sondern anpassbar.

⚠️ Werte notieren, bevor irgendetwas verändert wird. Ob es eine Funktion „Werkseinstellung” gibt, ist unbekannt. Ein verstellter Grenzwert ist ohne Kenntnis des Ausgangswerts nicht wiederherstellbar — und er würde jede spätere Bewertung stillschweigend verfälschen.

Noch aufzunehmen

Bestätigt: Die Kopfzeile zeigt den gültigen Wert

Betriebsart: IEC — an derselben Stelle, an der in [S06] noch Betriebsart ? stand. Das Fragezeichen ist durch den gewählten Wert ersetzt. Damit ist das Bauprinzip der Oberfläche endgültig belegt:

Zeile 1 nennt Thema und aktuellen Wert. ? heißt „nicht gesetzt”.

Die Gegenprobe, die für [S06] vorgemerkt war, ist damit erledigt.

Bestätigt: IEC in [S13] ist das Prüfregime des Datensatzes

Das Gerät kürzt die Betriebsart hier mit IEC ab — genau die Zeichenfolge, die in der Prüflingsdatenbank [S13] in Zeile 2 steht und sich beim Blättern mit dem Datensatz ändert.

Damit ist die dortige Arbeitsvermutung so gut wie belegt: Jeder Prüfling trägt sein Prüfregime mit sich. Die endgültige Gegenprobe bleibt, einen Datensatz zu finden, bei dem stattdessen die VDE-Kennung steht.

Klassifikation als erster Schritt

Nach der Norm kommt die Einordnung des Prüflings — Schutzklasse, Anwendungsteil-Typ. Genau das erwartet der Erwartungsrahmen in FUNKTIONSAUFNAHME.md: Ohne Klassifizierung gibt es keine Grenzwerte, und ohne Grenzwerte kein Bestanden/Nicht bestanden.

Der Ablauf zeichnet sich damit ab:

Prüfling wählen  →  Norm  →  Klassifikation  →  Messung  →  Bewertung  →  Ausdruck

[S15] IEC → Klassifikation

Erreicht: Softkey Zeile 2 von [S04] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Schutzklasse:
  2> Klasse I               → [S18]
  3> Klasse II              → [S19]
  4> int. Stromquelle       → [S20]
  LED: noch nicht notiert

Die Klassifikation beginnt mit der Schutzklasse

Drei Möglichkeiten, und sie decken den Geltungsbereich der IEC 601-1 vollständig ab:

Auswahl Prüfling
Klasse I Schutz durch Schutzleiter — Gehäuse ist mit PE verbunden
Klasse II schutzisoliert, kein Schutzleiter
int. Stromquelle Gerät mit interner Stromquelle — batteriebetrieben, ohne Netzanschluss

int. Stromquelle ergänzt den Erwartungsrahmen

Der Erwartungsrahmen in FUNKTIONSAUFNAHME.md führte nur Schutzklasse I und II auf. Die dritte Kategorie der Norm — Geräte mit interner Stromquelle — fehlte dort. Das Gerät ist vollständiger als der Rahmen, gegen den es gehalten wurde.

Das ist keine Kleinigkeit: Ein batteriebetriebenes Medizingerät hat keinen Netzanschluss, also auch keinen Erdableitstrom und keine netzbezogenen Fehlerbedingungen. Geprüft werden dort im Wesentlichen Patientenableitstrom und Patientenhilfsstrom — und genau dafür sind die zehn Buchsen auf der Front da.

Erwartung für diesen Zweig: ein deutlich kürzerer Prüfumfang als bei Klasse I. Gute Gelegenheit, das Gerät beim Denken zu beobachten — was es weglässt, sagt so viel wie das, was es prüft.

Erwartung für den nächsten Schritt

Nach der Schutzklasse fehlt noch der Anwendungsteil-Typ (B / BF / CF). Er bestimmt die Grenzwerte für die Patientenableitströme und ist für ein Medizinprüfgerät unverzichtbar.


[S18] Klassifikation → Klasse I → fest angeschlossen?

Erreicht: Softkey Zeile 2 von [S15] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Klassifikation
  2  fest angeschlossenes
  3> Gerät ?   ja           → [S21]
  4> Nein                   → [S22]
  LED: noch nicht notiert

Layout: Die Frage läuft in eine Optionszeile hinein

Neue Beobachtung, die das bisherige Bild verfeinert: Die Frage „fest angeschlossenes Gerät ?” erstreckt sich über die Zeilen 2 und 3 — und Zeile 3 trägt zugleich die Antwort ja und ein >.

Damit ist zu präzisieren:

Zeile 1 trägt nie ein >. Fortsetzungstext einer Überschrift oder Frage kann sich dagegen eine Zeile mit einer Option teilen; die auswählbare Angabe steht dann rechts in der Zeile.

Beim Abschreiben deshalb immer die ganze Zeile aufnehmen, nicht nur das Wort, das nach Option aussieht.

Auch das ? fügt sich in die bekannte Konvention: ein noch nicht gesetzter Wert. Hier zugleich als Frage gelesen.

Warum diese Frage an dieser Stelle steht

Ein fest angeschlossenes Gerät ist ortsfest installiert und hat keinen Netzstecker — es lässt sich also nicht in die Prüfsteckdose stecken.

Das ändert den ganzen Messaufbau:

  Gerät mit Stecker Fest angeschlossenes Gerät
Netzversorgung über die Prüfsteckdose des µP601 bleibt an der Hausinstallation
Fehlerbedingungen (Netzleiter offen, Phase vertauscht) vom Gerät schaltbar nicht herstellbar
Schutzleitermessung über den Stecker über Prüfspitze am Schutzleiteranschluss
Ableitstrommessung direkt nur als Ersatzableitstrom oder über Differenzstrom

Die Frage entscheidet also, welche Prüfschritte überhaupt möglich sind. Dass das Gerät sie so früh stellt — direkt nach der Schutzklasse und noch vor allem anderen — ist folgerichtig.

Zu erwarten ist, dass der Zweig ja einen deutlich kürzeren Prüfumfang ergibt als Nein.


[S21] Klasse I → fest angeschlossen: ja → Anwendungsteil-Typ

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S18] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Klassifikation:
  2> Typ B                  → [S23]
  3> Typ BF                 → [S24]
  4> Typ CF                 → [S25]
  LED: noch nicht notiert

Der Anwendungsteil-Typ — die Grenzwertklasse

Damit ist die Klassifikationskette komplett:

Schutzklasse  →  fest angeschlossen?  →  Anwendungsteil-Typ
Typ Bedeutung
B Body — Anwendungsteil mit Grundschutz, erdbezogen. Nicht für direkte Anwendung am Herzen.
BF Body Floating — Anwendungsteil galvanisch getrennt vom übrigen Gerät.
CF Cardiac Floating — getrennt und für die direkte Anwendung am Herzen zugelassen. Strengste Grenzwerte.

Der Typ bestimmt die zulässigen Patientenableitströme, und die Unterschiede sind erheblich — bei CF liegen sie um eine Größenordnung unter denen von B und BF.

Welche Werte dieses Gerät ansetzt, steht nicht in einem Lehrbuch, sondern im Gerät selbst: in Grenzwerteingabe ([S16]). Das ist der maßgebliche Beleg — und ein Grund mehr, jene Tabelle vollständig abzuschreiben, bevor dort irgendetwas verändert wird.

Offen: Gibt es „ohne Anwendungsteil”?

Angezeigt werden genau drei Optionen, die die Zeilen 2 bis 4 füllen. Ein Prüfling ohne Anwendungsteil — ein Medizingerät ohne Patientenkontakt — hat hier keinen sichtbaren Platz.


[S23] Typ B · [S24] Typ BF · [S25] Typ CF

Erreicht: Softkeys von [S21] · noch nicht betreten

Hier endet voraussichtlich die Klassifikation und der eigentliche Prüfablauf beginnt — der Punkt, an dem die sechs Piktogramme der Frontplatte auftauchen sollten.

⚠️ Ab hier wird es ernst. Am Ende eines Prüfablaufs legt das Gerät Netzspannung auf die Prüfsteckdose. Solange nichts angeschlossen ist, ist das Durchklicken ungefährlich — aber ab hier lohnt es, vor jedem Schritt auf die Anzeige zu sehen, statt durchzutippen.

[S22] Klasse I → fest angeschlossen: Nein

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S18] · noch nicht betreten

Der Regelfall — Prüfling mit Netzstecker. Hier ist der vollständige Prüfumfang zu erwarten.

[S19] Klassifikation → Klasse II

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S15] · noch nicht betreten

[S20] Klassifikation → int. Stromquelle

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S15] · noch nicht betreten

[S16] IEC → Grenzwerteingabe

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S04] · noch nicht betreten

⚠️ Nur ansehen und abschreiben. Siehe Warnung bei [S04].

[S17] IEC → Nur Messgerät

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S04] · noch nicht betreten

Der Zweig, über den später gemessen wird. Hier sollten die einzelnen Messgrößen unmittelbar wählbar sein.


[S05] Betriebsart „DIN VDE 0751T1/90”

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S02] · aufgenommen 2026-08-15

  1  Betriebsart:    VDE
  2> Klassifikation          → …
  3> Grenzwertangabe         → …
  4> Nur Messgerät           → [S26]
  LED: noch nicht notiert

Bestätigt: VDE ist die Kurzform

Die Betriebsart wird mit VDE abgekürzt, so wie die andere mit IEC ([S04]). Damit steht das Gegenstück fest, nach dem in der Prüflingsdatenbank [S13] zu suchen ist:

Beide Zweige heißen Grenzwerteingabe

Nachgelesen am 2026-08-15: In beiden Betriebsarten lautet der Menüpunkt Grenzwerteingabe. Eine zwischenzeitlich vermutete Unterscheidung (-angabe gegen -eingabe, also nur anzeigen gegen einstellen) beruhte auf einem Abschreibfehler und ist gegenstandslos.

Die sachliche Frage dahinter bleibt aber offen und ist zu prüfen:

⚠️ Zum Nachsehen genügt das Öffnen. Nichts verändern, in keinem der beiden Zweige — die Werkseinstellung ist unbekannt und nicht wiederherstellbar.


[S32] VDE → Grenzwerteingabe → Verfahrensfrage

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S05] · aufgenommen 2026-08-15

  1  Ableitstrommessung:
  2  Prüfling in Betrieb
  3> nehmen?     Ja        → …
  4>    Nein               → …
  LED: noch nicht notiert

Nicht die Grenzwerttabelle, sondern zuerst das Verfahren

Grenzwerteingabe führt nicht unmittelbar zu einer Werteliste, sondern stellt zuerst eine Verfahrensfrage. Das ist folgerichtig: Ein Grenzwert für den Ableitstrom ist ohne das Messverfahren nicht bestimmt. DIN VDE 0751 setzt für die beiden Verfahren unterschiedliche Grenzen.

🔑 Die vorhergesagte Unterscheidung ist da

Der Erwartungsrahmen in FUNKTIONSAUFNAHME.md sagte für den VDE-Zweig voraus, dass zwischen Direktmessung und Ersatzableitstrommessung unterschieden wird. Genau das steckt hinter dieser Frage:

Antwort Verfahren
Ja Direktmessung — der Prüfling läuft an der Prüfsteckdose, gemessen wird der tatsächlich fließende Ableitstrom. Realistisch, aber mit Netzspannung am Prüfling.
Nein Messung am stromlosen Prüfling — Ersatzableitstrom- oder Differenzstromverfahren. Zwischen den gebrückten Netzkontakten und Gehäuse bzw. Anwendungsteil wird eine Prüfspannung angelegt. Sicherer, in der Wiederholungsprüfung üblich.

[S33] VDE → Grenzwerteingabe → Schutzleiter

Erreicht: Antwort Nein auf [S32] · aufgenommen 2026-08-15

  1  Grenzwerteingabe:
  2  Schutzleiter
  3  <leer>
  4  R-PE :       Ω
  LED: noch nicht notiert

Die Grenzwerte kommen einzeln, nicht als Liste

Nach der Verfahrensfrage folgt ein Bildschirm je Grenzwert — hier der erste: der Schutzleiterwiderstand, bezeichnet als R-PE, Einheit Ω.

Es ist also keine blätterbare Tabelle, sondern eine geführte Abfolge. Damit erklärt sich auch, warum das Gerät ohne Blätterfunktion auskommt: Wo andere Geräte eine Liste anbieten, führt der µP601 Schritt für Schritt.

Offen und wichtig: Wird der gespeicherte Wert angezeigt?

Auf der Zeile steht R-PE : und rechts die Einheit Ω — ein Zahlenwert wurde nicht mit notiert.

Geklärt: Der gespeicherte Wert wird nicht angezeigt

Zwischen : und Ω steht keine Zahl (bestätigt 2026-08-15). Das Feld ist leer und erwartet eine Eingabe, ohne den geltenden Grenzwert zu zeigen.

Damit ist die Grenzwerttabelle auf diesem Weg nicht lesbar. Der Plan, sie hier abzuschreiben, ist gescheitert.

Das ist kein Einzelfall, sondern Bauart

Dasselbe Verhalten zeigt die Uhr-Eingabemaske [S10]: Auch dort sind alle Felder leer, obwohl im Gerät Werte stehen. Daraus wird eine Regel:

Eingabemasken zeigen den Ist-Wert nicht. Sie nehmen entgegen, sie berichten nicht.

Der Ist-Wert steht stattdessen an anderer Stelle — bei der Uhr auf einem eigenen Bildschirm Anzeigen [S11], sonst in der Kopfzeile (Betriebsart: IEC, Uhrzeit ?).

⚠️ Erst recht nichts eingeben. Ein leeres Feld verrät nicht, was es ersetzen würde. Diesen Bildschirm ausschließlich mit START verlassen.

↑ leuchtet — und es ist unklar, was es tut

Auf [S33] ist die ↑-LED an (belegt 2026-08-15). Nach dem Tastenmodell heißt das „übernehmen”. Bei einem leeren Feld sind aber zwei Wirkungen denkbar, und sie sind nicht zu unterscheiden, ohne es zu tun:

Deutung Folge bei leerem Feld
↑ = Wert übernehmen Der gespeicherte Grenzwert wird durch nichts oder durch 0 ersetzt — Verlust
↑ = weiter zum nächsten Grenzwert Leeres Feld heißt „unverändert lassen”, die Abfolge läuft weiter — harmlos

Für eine geführte Abfolge wäre die zweite Lesart naheliegend. Sie am Grenzwertsatz auszuprobieren, wäre trotzdem leichtsinnig: Trifft die erste zu, ist ein Wert unwiederbringlich weg, dessen Ausgangszustand niemand kennt.

Geklärt (2026-08-15): ↑ blättert weiter

Mit leerem Feld gedrückt, springt das Gerät zum nächsten Grenzwert — der ebenfalls leer ist. ↑ wirkt hier also als Weiter, nicht als „übernehmen”.

Damit ist die Abfolge gefahrlos durchblätterbar — und das ist mehr wert, als es zunächst klingt:

Die Reihenfolge der Grenzwertbildschirme ist die vollständige Liste der Größen, die dieses Gerät bewertet. Auch ohne die Zahlenwerte beantwortet sie die Ausgangsfrage „was kann das Gerät” genauer als alles andere bisher.

Restunsicherheit, ehrlich vermerkt: Dass das erste Feld unverändert blieb, ist damit nicht bewiesen — nachsehen lässt es sich nicht, weil das Gerät gespeicherte Grenzwerte nirgends anzeigt. Die Wahrscheinlichkeit spricht klar für „unverändert” (sonst wären fortgeschaltete Felder auch nicht leer, sondern genullt sichtbar), aber die Gegenprobe bleibt das Prüfprotokoll: Steht dort ein plausibler Grenzwert neben dem Messwert, ist alles in Ordnung.

Der gefahrlose Ersatzversuch: an der Uhr

Die Uhr ist das ideale Versuchsobjekt. Ihre Eingabemaske [S10] ist genauso gebaut — mehrere Felder, alle leer —, und ihr Inhalt ist ohne Wert: Ohne Batterie geht er beim Ausschalten ohnehin verloren, und neu stellen dauert eine halbe Minute.

Ein Versuch am wertlosen Objekt, der die Frage für das wertvolle beantwortet.

Wie die Grenzwerte doch noch zu bekommen sind

Über ein vollständiges Prüfprotokoll. In einem echten Prüfablauf — nicht in Nur Messung — bewertet das Gerät jeden Messwert und druckt ihn aus. Prüfprotokolle solcher Geräte stellen üblicherweise Messwert und Grenzwert gegenüber, samt Urteil.

Das ist der eine Ausdruck, der sich wirklich lohnt:

Alternativ später über die RS-232, wenn dort dasselbe ausgegeben wird.

Zeichensatz: Ω ist bestätigt

Die Anzeige stellt Ω dar. Zusammen mit dem µ aus [S31] sind damit zwei Zeichen belegt, die im HD44780-A00-Zeichensatz enthalten sind (µ auf 0xE4, Ω auf 0xF4).

Die Annahme eines HD44780-kompatiblen Zeichendisplays ist damit gut gestützt. Offen bleibt allein die Herkunft der Umlaute — sie fehlen im A00-Satz und dürften als selbstdefinierte Zeichen im CGRAM liegen (FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt A).

⚠️ Die Antwort Ja ist eine Ansage. Sie bedeutet, dass das Gerät im weiteren Verlauf Netzspannung auf die Prüfsteckdose legt und den Prüfling in Betrieb nimmt. Solange nur kartiert wird und nichts angeschlossen ist, ist das folgenlos — aber es ist der Punkt, ab dem das gilt.

Layout und Schreibweise

Die Frage läuft über die Zeilen 2 und 3, und Zeile 3 trägt zugleich die Antwort Ja — dasselbe Muster wie [S18] („fest angeschlossenes / Gerät ? ja”). Die Regel von dort bestätigt sich.


Aufbau identisch zum IEC-Zweig

Beide Betriebsarten bieten dieselben drei Wege. Der Unterschied liegt also nicht in der Gliederung, sondern in dem, was hinter den Zweigen steckt — Prüfschritte, Verfahren und Grenzwerte. Für die Aufnahme heißt das: Der VDE-Zweig ist kein Sonderfall, sondern eine zweite vollständige Ausprägung desselben Gerüsts.


[S26] VDE → Nur Messgerät

Erreicht: Nur Messgerät von [S05] · aufgenommen 2026-08-14

  1  >>> Nur Messung <<<
  2> Schutzleiter           → [S27]
  3> Isolation              → …
  4> Ableitstrom            → …
  LED: noch nicht notiert

Die drei Grundmessungen des Geräts, auf einem Bildschirm. Damit ist die oberste Gliederung des Messteils bekannt:

Zweig Deckt ab
Schutzleiter Durchgang und Widerstand des Schutzleiters
Isolation Isolationswiderstand, Piktogramm mit MΩ
Ableitstrom die Strommessungen, Piktogramm mit µA

Die Kopfzeile ist hier nicht beschreibend, sondern eine Betriebsartwarnung: >>> Nur Messung <<<, in Pfeile gesetzt. Das Gerät weist darauf hin, dass hier ohne Bewertung und ohne Prüflingsbezug gemessen wird.

Schreibweise: Die Zeile erscheint mal als >>> Nur Messung <<<, mal als >>> NUR MESSUNG <<< (siehe [S27]). Weitere Uneinheitlichkeit im Softwarestand IVM429 D, wie ja/Nein und SET:.


[S27] Nur Messung → Schutzleiter → Netzleitung

Erreicht: Softkey Zeile 2 von [S26] · aufgenommen 2026-08-14

  1  >>> NUR MESSUNG <<<
  2  Netzleitung
  3> fest                   → …
  4> abnehmbar              → [S28]
  LED: noch nicht notiert

Dieselbe Unterscheidung wie in der Klassifikation des IEC-Zweigs ([S18]), hier auf die Leitung bezogen: fest angeschlossen oder abnehmbar. Sie entscheidet, ob überhaupt eine Kupplung zu prüfen ist.


[S28] Nur Messung → Schutzleiter → abnehmbar

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S27] · aufgenommen 2026-08-14

  1  >>> Nur Messung <<<
  2  Schutzleiter
  3> Zuleitung              → [S29]
  4> Gehäuse                → …
  LED: noch nicht notiert

Zwei verschiedene Schutzleitermessungen:


[S29] Messung: Schutzleiter der Zuleitung

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S28] · durchgeführt 2026-08-14

Die Messung läuft und zeigt den Widerstand in Ohm. Erster Messwert: 0,109 Ω, Prüfstrom 16 A AC (mit der Stromzange gemessen, das Gerät selbst nennt ihn nicht — FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt F).

🔑 Die Piktogramme der Frontplatte sind beleuchtet

Beim Start der Messung leuchtet das dritte Piktogramm auf — das mit der Hand und den beiden Kabelenden.

Das ist ein Befund von grundsätzlicher Bedeutung: Die sechs Schaltbilder auf der Frontplatte sind keine gedruckten Beschriftungen, sondern hinterleuchtete Anzeigen. Sie zeigen im Betrieb, welcher Messaufbau gerade aktiv ist.

Damit ist die Frontplatte ein Schaltbild-Display: Der Anwender sieht nicht nur einen Zahlenwert auf vier Zeilen, sondern die zugehörige Beschaltung als Bild — welche Buchsen beteiligt sind, wo der Schutzleiter aufgetrennt wird, wogegen gemessen wird. Für ein Gerät mit einem so kleinen Textdisplay ist das eine elegante Lösung.

Und es macht die Piktogramme entschlüsselbar: Jeder Messpunkt im Menü lässt sich seinem Schaltbild zuordnen, indem man beobachtet, welche Fläche aufleuchtet. Die Frage aus der Frontplattenaufnahme — was zeigen die sechs Bilder? — ist damit systematisch beantwortbar, ohne Handbuch.

[S06] F-Menü der Betriebsartenwahl — die Verwaltungsebene

Erreicht: F von [S02] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Betriebsart ?    57
  2> Messroutine              → [S07]
  3> Messdatenverwaltung      → [S08]
  4> Uhr                      → [S09]
  LED: noch nicht notiert

Damit ist die Arbeitsvermutung bestätigt: F führt zur Verwaltungsebene. Der Hauptweg über die Softkeys führt zu den Messungen, F zu allem, was das Gerät sonst noch kann. Alle drei Softkeys sind hier belegt — der erste Bildschirm, der das ausnutzt.

Zeile 1: Betriebsart ? 57

Eine Statuszeile, kein Menüpunkt — sie trägt kein >. Zwei Bestandteile, beide noch zu deuten.

Betriebsart ? — das Fragezeichen liest sich als „noch keine Betriebsart gewählt”. Passt zur Lage: Man ist über F aus der Betriebsartenwahl [S02] herausgesprungen, ohne eine Norm zu wählen. Erwartung für die Gegenprobe: erst IEC 601-1:1988 wählen, dann F drücken — steht dann statt des Fragezeichens die Norm da?

57 — steht rechts in der Kopfzeile, an derselben Stelle, an der auf dem Startbildschirm IVM429 D steht. Deutungen:

Lesart Gegenprobe
Bildschirm- oder Funktionsnummer — dann wären Menüpunkte über den Nummernblock direkt anwählbar, und die Frage nach langen Listen wäre beantwortet Auf anderen Bildschirmen nachsehen: trägt jeder eine eigene Nummer? Eine Zahl eintippen — springt das Gerät?
Zähler des Messdatenspeichers — 57 gespeicherte Datensätze oder 57 freie Plätze Mit dem Inhalt von [S08] vergleichen
Kennzahl der Betriebsart Nach Wahl einer Norm erneut ansehen — ändert sich die Zahl?

Nachtrag (2026-08-14): Der Datenbestand umfasst rund 69 Einträge

Beim Blättern in [S13] gezählt: etwa 69 verschiedene Gerätenummern.

⚠️ Die Zahl ist eine Schätzung, kein Messwert. Der Zähler hat beim Durchblättern möglicherweise Tastendrücke mitgezählt, auf die das Gerät nicht reagiert hat. Die tatsächliche Zahl kann darunter liegen — und die Rechnung unten steht und fällt mit ihr.

Damit ist die Lesart „57 = Anzahl der gespeicherten Datensätze” widerlegt — es sind mehr.

Aber die Zahlen passen zusammen, wenn 57 die freien Plätze meint:

69 belegt  +  57 frei  =  126

126 ist eine plausible Speicherkapazität für ein Gerät dieser Bauart — zwei Plätze unter 128. Das wäre die schlüssigste Deutung: Zeile 1 von [S06] zeigt an, wie viele Prüflinge noch angelegt werden können.

Das ist vorerst Arithmetik, keine Beobachtung. Es steht und fällt mit der genauen Zahl:

Nicht ausprobieren: Einen Datensatz anlegen, um zu sehen, ob die Zahl auf 56 fällt, wäre der direkte Beweis — aber ein Schreibvorgang im Bestand des Vorbesitzers. Erst, wenn der Bestand gesichert ist.

Die zuvor erwogene Lesart „Bildschirmnummer” bleibt offen; sie klärt sich beiläufig, sobald auf einem anderen Bildschirm eine Zahl an derselben Stelle auftaucht. Ihre ursprüngliche Bedeutung — als möglicher Weg zur Bedienung langer Listen — ist dagegen hinfällig: Listen werden mit ↑/↓ durch- geblättert ([S13]).

Noch aufzunehmen


[S07] Messroutine

Erreicht: Softkey Zeile 2 von [S06] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Datenbank :
  2  Zugriff ?
  3> über Gerätenummer       → [S12]
  4> über Suchen             → [S13]
  LED: noch nicht notiert

Der Messablauf beginnt nicht mit einer Messung, sondern mit dem Prüfling

Bemerkenswert: Wer „Messroutine” wählt, landet nicht bei den Messgrößen, sondern bei einer Datenbank. Das Gerät ist prüflingsorientiert gebaut — zuerst wird festgelegt, woran gemessen wird, dann erst was.

Das passt zum Einsatzzweck: Ein Sicherheitstester in der Medizintechnik prüft denselben Gerätebestand in wiederkehrenden Abständen. Die Zuordnung Messwert → Prüfling ist die eigentliche Leistung, nicht die Einzelmessung.

Damit ist auch klar, wo die sechs Piktogramme der Frontplatte auftauchen: erst hinter der Prüflingsauswahl, nicht davor.

Die bekannten Muster bestätigen sich

Dieser Zweig beantwortet womöglich die Batteriefrage

über Suchen führt in den vorhandenen Datenbestand. Zeigt sich dort etwas, haben die Daten des Vorbesitzers die leere Pufferbatterie überlebt — die offene Frage aus BATTERIE.md, Folge 2, wäre dann hier beantwortet, ohne den Umweg über [S08].

⚠️ Nur ansehen, nicht messen. Die Prüflingsauswahl ist der Einstieg in einen Prüfablauf, an dessen Ende Netzspannung auf der Prüfsteckdose liegt. Solange nichts angeschlossen ist, ist das Blättern in der Datenbank ungefährlich — aber START nicht aus Versehen drücken.

Und hier zeigt sich, wie das Gerät Listen bedient

über Suchen setzt einen Bestand voraus, der größer ist als drei Einträge. Das ist die Stelle, an der sich die seit [S02] offene Frage klärt: Wie stellt ein Gerät mit drei Softkeys und ohne Blättertasten eine lange Liste dar?

Zu beobachten:

Offene Frage: Was heißt „Gerätenummer” hier?

Auf dem Selbsttest-Ausdruck ([S03]) steht ebenfalls eine Gerätenummer — dort naheliegenderweise die des µP601 selbst. Hier bezeichnet derselbe Begriff die Kennung eines Prüflings.


[S12] Datenbank → über Gerätenummer

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S07] · noch nicht betreten

Direkte Eingabe einer Prüflingsnummer, vermutlich über den Nummernblock. Erwartete Form: eine Eingabemaske wie [S10], mit ↑ zum Übernehmen.

[S13] Datenbank → über Suchen

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S07] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Gerätenr:112
  2  IEC                     (linksbündig)
  3> Daten                   → [S14]
  ?> Ende                    → zurück
  LED: ↑ ● · ↓ ●  — blättern durch den Datenbestand

Der Datenbestand des Vorbesitzers ist erhalten

Gerätenr:112 — es sind Prüflinge gespeichert, und mit ↑/↓ lässt sich durch sie blättern.

Damit ist die offene Frage aus BATTERIE.md beantwortet: Der Messdaten- speicher hing nicht an der leeren Pufferbatterie. Er ist nichtflüchtig — so wie Betreibertext und Gerätenummer, die den Spannungsverlust ebenfalls überstanden haben.

Der Bestand ist damit auch beim späteren Batteriewechsel nicht gefährdet.

⚠️ Trotzdem gilt weiter: Es ist die einzige Kopie. Keine Lösch-, Rücksetz- oder Neuanlagefunktion bestätigen, bevor der Bestand gesichert ist.

↑/↓ blättern hier durch Datensätze — Nachtrag zum Tastenmodell

Bisher galt: ↑ = eine Ebene hinein oder bestätigen, ↓ = eine Ebene heraus. In einer Liste bewegen sie sich stattdessen durch die Einträge.

Die Lesart bleibt im Kern erhalten — ↑ vorwärts, ↓ rückwärts —, aber worin vorwärts und rückwärts gegangen wird, hängt vom Bildschirm ab:

Bildschirmart ↑ ↓
Auswahlmenü eine Ebene hinein eine Ebene heraus
Eingabemaske [S10] Wert übernehmen ○ dunkel
Liste [S13] nächster Datensatz vorheriger Datensatz

Damit ist die seit [S02] offene Frage beantwortet: Das Gerät braucht keine gesonderte Blätterfunktion und keine Direktwahl über den Nummernblock — in Listen sind ↑/↓ die Blättertasten. Der Menübaum ist deshalb schmal gebaut, die Listen aber beliebig lang.

Der Verlass bleibt die LED: Sie sagt, dass die Taste etwas tut. Was sie tut, sagt der Bildschirm.

Zeile 2: IEC — vermutlich das Prüfregime des Datensatzes

Beim Blättern ändert sich mit der Gerätenummer auch Zeile 2. Sie gehört also zum Datensatz, nicht zum Bildschirm.

Arbeitsvermutung: Dort steht, nach welcher Norm dieser Prüfling geprüft wird — passend zur Betriebsartenwahl in [S02], wo IEC 601-1:1988 und DIN VDE 0751T1/90 zur Wahl stehen. Jeder Prüfling trüge damit sein Prüfregime mit sich.

Weiteres zum Mitschreiben beim Blättern


[S14] Datensatz → Daten

Erreicht: Softkey Daten von [S13] · zurückgestellt 2026-08-14

Hier liegen die Angaben zu einem Prüfling — das, was der Vorbesitzer über Jahre erfasst hat.

Die Messdaten sind nur über den Drucker zugänglich

Befund: Die Messdaten lassen sich ausschließlich ausdrucken, nicht auf der Anzeige durchsehen. Bei vier Zeilen zu je etwa zwanzig Zeichen ist das nachvollziehbar — ein vollständiger Prüfbericht mit Messgrößen, Bedingungen und Grenzwerten passt dort nicht hinein. Der Drucker ist nicht Beiwerk, sondern die eigentliche Ausgabe des Geräts.

Entscheidung: zurückgestellt

Der Bestand wird vorerst nicht ausgedruckt. Jeder Ausdruck belastet den Nadeldrucker — Farbband und Druckkopf sind Verschleißteile, für die es nach über dreißig Jahren keinen selbstverständlichen Ersatz gibt. 69 Datensätze einzeln auszudrucken, nur um sie zu lesen, wäre ein schlechtes Geschäft.

Damit hängt die Auswertung des Datenbestands an der RS-232. Sie ist nicht mehr nur bequemer, sondern der einzige verschleißfreie Weg an diese Daten. Das Vorhaben aus STAND.md — den Ausdruck elektronisch aufnehmen — bekommt dadurch einen zweiten, unabhängigen Zweck: nicht nur künftige Protokolle sichern, sondern den vorhandenen Bestand überhaupt erst lesbar machen.

Beruhigend dabei: Der Bestand ist nichtflüchtig und hat schon Jahre ohne Batterie überstanden. Es eilt nicht.

Wenn die Schnittstelle läuft

Vorher, ohne Verschleiß

[S08] Messdatenverwaltung

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S06] · noch nicht betreten

⚠️ Der wichtigste noch offene Bildschirm des Projekts. Hier entscheidet sich, ob die Messdaten des Vorbesitzers erhalten sind — und damit, ob der Speicher an der leeren Pufferbatterie hing (BATTERIE.md, Folge 2).

⚠️ Nur ansehen. In einer Datenverwaltung liegen Lösch- und Rücksetzfunktionen. Nichts bestätigen, dessen Wirkung nicht feststeht — es ist die einzige Kopie.

[S09] Uhr

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S06] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Uhrzeit ?
  2  <leer>
  3> Einstellen              → [S10]
  4> Anzeigen                → [S11]
  LED: noch nicht notiert

Ein Zwischenmenü — nicht die Uhranzeige selbst. Die Trennung von Einstellen und Anzeigen ist bemerkenswert sauber: Man kann die Uhr ansehen, ohne in den Eingabemodus zu geraten.

Die Kopfzeile trägt den aktuellen Wert

Uhrzeit ? folgt demselben Muster wie Betriebsart ? in [S06]. Damit ist das Bauprinzip der Oberfläche belegt:

Zeile 1 nennt das Thema des Bildschirms und den gerade gültigen Wert. Steht dort ein ?, ist der Wert nicht gesetzt.

Hier heißt das: Das Gerät weiß selbst, dass seine Uhr nicht gestellt ist. Es zeigt keinen Fehler, sondern schlicht einen unbekannten Wert — dieselbe nüchterne Konvention wie bei der noch nicht gewählten Betriebsart.

Nach dem Stellen sollte an dieser Stelle die Uhrzeit stehen. Gute Gegenprobe.

Noch aufzunehmen


[S10] Uhr → Einstellen

Erreicht: Softkey Zeile 3 von [S09] · Aufnahme begonnen 2026-08-14

  1  SET:
  2    Y  M  D  H  MI  LY
  3      /  /  /  /  /  /
  4  <noch nicht aufgenommen>
  LED: ↑ ● (übernehmen) · ↓ ○ · übrige noch nicht notiert

↑ übernimmt den Wert (belegt 2026-08-14). ↓ ist dunkel — aus der Eingabemaske führt kein Rückweg. Wer hier hineingeht, geht vorwärts wieder hinaus.

Zeile 2 und 3 bilden zusammen eine Eingabemaske: oben die Feldnamen, darunter die Eingabestellen, durch / getrennt. Die Felder sind leer — es ist nichts vorbelegt, auch nicht der Unsinn aus [S11]. Man gibt also alle sechs Werte neu ein, statt bestehende zu korrigieren.

Das ist wieder ein Layout, das dem Softkey-Raster nicht folgt: eine zweizeilige Tabelle mitten im Bildschirm.

Die Feldliste

Kürzel Feld
Y Year — Jahr
M Month — Monat
D Day — Tag
H Hour — Stunde
MI Minute
LY Leap Year — Schaltjahr

Kein Sekundenfeld. Beim Stellen werden die Sekunden vermutlich auf null gesetzt — zu prüfen.

Die Reihenfolge Y M D deckt sich mit der Anzeige in [S11], wo das Datum als (M/T) beschriftet ist.

LY — das Schaltjahr wird von Hand gesetzt

Das ist der aufschlussreichste Befund dieses Bildschirms, und er sagt etwas über die Hardware, ohne dass das Gerät geöffnet werden muss.

Ein Gerät, das das Schaltjahr als Eingabefeld führt, berechnet es nicht aus der Jahreszahl. Das ist die Signatur eines einfachen Echtzeituhr-Bausteins, wie er um 1990 üblich war: Er zählt Jahre zweistellig und führt einen eigenen kleinen Schaltjahrzähler, den die Firmware setzen muss.

Daraus folgt zweierlei:

Für 2026 gilt: kein Schaltjahr, LY entsprechend setzen.

Belegt: LY ist einstellig, alle anderen Felder zweistellig

Aufgenommen 2026-08-14: Y, M, D, H und MI nehmen jeweils zweistellige Werte aus dem Nummernblock an, LY nur eine Stelle.

Das schließt eine Jahreszahl als LY-Inhalt aus und lässt zwei Bauformen übrig — mit unterschiedlichem einzutragenden Wert für 2026:

Bauform Bedeutung Wert für 2026
Merker 0/1 „laufendes Jahr ist ein Schaltjahr: ja/nein” 0
Schaltjahrzähler 0–3 Jahre seit dem letzten Schaltjahr; so zählen viele Uhrenbausteine dieser Zeit 2 (Schaltjahr war 2024)

Der Unterschied ist nicht kosmetisch: Ein falsch gesetzter Wert verschiebt das Datum ab dem 1. März um einen Tag, weil der 29. Februar zu viel oder zu wenig gezählt wird.

Entscheidender Test, ein Tastendruck:

Ein Wertebereich 0–3 wäre zugleich ein direkter Hinweis auf den verbauten Uhrenbaustein — mehrere verbreitete Typen jener Jahre führen genau so einen Zweibit-Schaltjahrzähler. Das ließe sich beim späteren Öffnen gegen das tatsächliche Bauteil halten.

Sprache

Auch die Feldkürzel sind englisch (Y, M, D, H, MI, LY) — im deutschen Sprachmodus wären J, M, T, S, MI zu erwarten. Die Eingabemaske ist damit durchgehend unübersetzt, nicht nur die Überschrift.

SET: steht auf Englisch — im deutschen Sprachmodus

Ein kleiner, aber echter Befund: Das Gerät läuft auf Deutsch ([S01]), und alle bisher aufgenommenen Beschriftungen waren deutsch — Betriebsart, Messroutine, Messdatenverwaltung, Uhr, Einstellen, Anzeigen, Jahr, Datum, Systemselbsttest, Bitte warten !. Hier steht SET:.

Die Übersetzung des Softwarestands IVM429 D ist also nicht vollständig — Eingabemasken sind offenbar durchgerutscht. Zwei Möglichkeiten:

Das ist kein Mangel, sondern ein Merkmal des Softwarestands und gehört dokumentiert.

Noch aufzunehmen


[S11] Uhr → Anzeigen

Erreicht: Softkey Zeile 4 von [S09] · aufgenommen 2026-08-14

  1  Jahr       : 3?
  2  Datum (M/T):1?/02
  3  <leer>
  4        00:56:19          (mittig)
  LED: noch nicht notiert

Der Zustand bestätigt die tote Pufferung

Jahr und Datum enthalten Unsinn, und das Gerät sagt das auch: 3? und 1?. Jahr und Monat stehen auf Werten, die sich nicht als gültige Ziffern darstellen lassen — typisch für einen Uhrenbaustein, dessen Register nach Spannungsverlust undefiniert sind. Nur der Tag (02) ist zufällig gültig.

Die Uhrzeit läuft dagegen. 00:56:19 entspricht der bisherigen Einschaltdauer — die Uhr ist beim Einschalten bei 00:00:00 losgelaufen. Sie funktioniert also einwandfrei, sie behält nur nichts. Genau das war zu erwarten (BATTERIE.md).

Damit ist der Befund rund: Uhrenbaustein in Ordnung, Stützversorgung fehlt.

? ist die geräteeigene Kennzeichnung für „undefiniert”

Dasselbe Zeichen steht in [S06] hinter Betriebsart ?. Das ist keine Zufälligkeit, sondern eine durchgehende Konvention der Bedienoberfläche: Wo ein Wert unbekannt oder nicht gesetzt ist, schreibt das Gerät ein ?.

Das stützt rückwirkend die Deutung von Betriebsart ? als „noch keine Betriebsart gewählt” — und ist beim weiteren Kartieren nützlich: ein ? im Text ist eine Aussage des Geräts, kein Lesefehler.

Layout

Zeile 3 bleibt leer, Zeile 4 ist mittig gesetzt. Das Gerät kennt also Zentrierung — ein weiterer Beleg dafür, dass das Zeilenlayout frei gestaltet wird und nicht dem Softkey-Raster folgt.

Format der Datumsangabe: Datum (M/T) — Monat vor Tag, mit ausdrücklicher Beschriftung. Das Jahr steht in einem eigenen Feld.

Noch aufzunehmen

Offene Frage: Zweistelliges Jahr

Das Feld heißt schlicht Jahr und zeigt zwei Zeichen. Ein Gerät von etwa 1990 rechnet mit hoher Wahrscheinlichkeit mit zweistelligen Jahreszahlen.

Das ist kein Mangel, sondern ein Befund über den Softwarestand IVM429 D und gehört dokumentiert. Praktische Folge: Eigene Messprotokolle tragen möglicherweise eine unbrauchbare Jahresangabe — dann das Datum der Messung zusätzlich von Hand festhalten.

Gestellt (2026-08-14)

Damit ist die Zweistelligkeit des Jahresfelds belegt. Das Gerät nimmt 26 an und stellt es auch so dar; ein Jahrhundert kennt es nicht. Für eigene Ausdrucke heißt das: das volle Jahr von Hand dazuschreiben.

Offen bleibt, wie das Jahr im Ausdruck erscheint:

Damit ist die Kette geschlossen: Uhrenbaustein in Ordnung, Stützversorgung fehlt, Stellen funktioniert, Ausgabe stimmt. Das Gerät erzeugt wieder brauchbar datierte Protokolle — erstmals seit dem Ausfall der Batterie.

Aufzubewahren sind damit zwei Ausdrücke desselben Tages: einer mit stehender, einer mit gestellter Uhr. Sie belegen den Befund vollständig.

⚠️ Ohne Batterie hält die Einstellung nur bis zum Ausschalten. Vor jeder Sitzung, in der gedruckt wird, neu stellen — oder bewusst darauf verzichten und die Ausdrucke von Hand datieren.


Noch nicht betretene Zweige