Field notes on the Bender µP601 / µP 601-1 (B928161) medical electrical safety tester (IEC 601-1, DIN VDE 0751): menu tree, built-in DPN-240 dot-matrix printer, RS-232, no manual available.
Ein von außen zugängliches Batteriefach ist vorhanden. Zwei Kontakte sind vollständig oxidiert, grün-blau — also ausgelaufene Zelle und angegriffenes Kupfer bzw. Messing.
Zusammenhang: Der Selbsttest druckt Zeit und Datum aus
(MENUEBAUM.md, [S03]). Das Gerät hat also eine Uhr, die im ausgeschalteten
Zustand weiterlaufen soll — und das Batteriefach ist mit hoher
Wahrscheinlichkeit genau deren Versorgung.
Geklärt (2026-08-14): Die gedruckte Zeit stimmt nicht. Die Pufferung ist tot — was zur Korrosion passt und bei diesem Gerätealter zu erwarten war.
01.01.1990, 01.01.80, 00:00) und ist
damit ein Datierungshinweis auf den Softwarestand IVM429 D.Zeitstempel im Gerätespeicher können aus Zeiträumen stammen, in denen die Uhr
bereits falsch lief. Der zeitliche Rahmen des Vorbesitzers
(FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt D) lässt sich daraus nicht mehr sicher
ableiten — allenfalls die Reihenfolge der Einträge.
Wenn dieselbe Zelle auch den Datenspeicher puffert, sind die Prüflinge und Protokolle des Vorbesitzers bereits verloren, und zwar lange bevor dieses Projekt begann.
Über Messroutine → Datenbank → über Suchen (MENUEBAUM.md, [S13]) zeigt
sich ein gefüllter Prüflingsbestand — Gerätenr:112, mit ↑/↓
durchblätterbar.
Der Messdatenspeicher hing also nicht an dieser Batterie. Er ist nichtflüchtig, so wie Betreibertext und Gerätenummer, die den Spannungsverlust ebenfalls überstanden haben. Verloren ist allein die Uhr.
Folgen:
⚠️ Unverändert gilt: Es ist die einzige Kopie. Keine Lösch- oder Rücksetzfunktion bestätigen.
Die Reinigung erfolgt später, zusammen mit dem Öffnen des Geräts.
Begründung: Die Korrosion besteht seit Jahren — das Gerät hat sie offensichtlich lange überlebt und funktioniert vollständig, einschließlich Selbsttest und Drucker. Ein akuter, frischer Schaden liegt also nicht vor, sondern ein alter, weitgehend zum Stillstand gekommener. Damit entfällt der Grund, dafür die zerstörungsfreie Außenaufnahme zu unterbrechen.
Die Argumente dagegen bleiben hier stehen, weil sie beim späteren Öffnen wieder gelten:
Ausgelaufener Elektrolyt arbeitet weiter. Er kriecht an Kontaktfedern, Litzen und Leiterbahnen entlang, zieht Feuchtigkeit aus der Luft und frisst sich in Zuleitungen hinein. Was im Fach sichtbar ist, ist oft der kleinere Teil des Schadens.
Das Fach ist leer (2026-08-14) — es liegt keine Zelle mehr darin. Damit gibt es keine aktive Quelle mehr, der Zustand ist statisch. Die Zurückstellung ist dadurch zusätzlich abgesichert.
Nebenbefund zur Herkunft: Jemand hat die ausgelaufenen Zellen entfernt, aber nicht gereinigt. Der Schaden wurde also bemerkt und nur halb behandelt — das Gerät lief danach weiter, ohne Uhr.
Das Fach nimmt zwei handelsübliche AA-Rundzellen zu je 1,5 V auf, zusammen 3 V.
Damit ist die Frage „Akku oder Batterie?” praktisch beantwortet:
Bauform und Beschriftung des Fachs stimmen damit überein (2026-08-14) — das Fach ist als das ausgewiesen, was es ist.
Endgültig geklärt wird die Frage beim Öffnen (Entscheidung 2026-08-14): Ob hinter den Kontakten doch eine Ladeschaltung sitzt, ist an der Leiterplatte in einem Blick zu sehen — Diode und Vorwiderstand zur Versorgung, oder eben nichts dergleichen. Bis dahin gilt die Bestückung als 2 × AA Primärzelle, 3 V, Stützversorgung der Echtzeituhr, und es wird keine Zelle eingelegt.
Ausgelaufene Alkali-AA-Zellen sind der mit Abstand häufigste Grund für grün-blaue Korrosion in genau solchen Fächern. Nach Jahrzehnten im Gerät ist das kein Defekt, sondern der Normalfall. Der Befund fügt sich damit vollständig: Alkalizellen ausgelaufen → jemand hat sie entfernt → Kontakte blieben ungereinigt → Uhr steht seitdem.
Lithium-AA-Zellen (Li-FeS₂, 1,5 V) statt Alkali. Sie sind in genau diesem Anwendungsfall überlegen:
Wenn es doch Alkali sein soll: nur frische Markenzellen, und einen Termin zum Wechseln notieren. Bei einem Gerät, das jahrelang unbenutzt im Regal steht, ist die nächste Sauerei sonst vorprogrammiert.
Unabhängig vom Zelltyp: bei längerer Lagerung die Zellen herausnehmen. Das Gerät verliert dabei nur Uhrzeit und Datum.
Alles Weitere — Reinigen, Neutralisieren, Kontakte prüfen, Ersatz — beim Öffnen.
../bilder/Wiederaufladbar oder nicht? Geräte dieser Bauart und Zeit puffern die Uhr oft mit einem NiCd-Zellenverbund, den das Gerät im Betrieb nachlädt. NiCd-Pufferzellen sind berüchtigt dafür, nach Jahrzehnten auszulaufen — was zum Befund passt.
⚠️ Steckt eine Ladeschaltung dahinter und man legt eine normale Alkali-Batterie ein, wird diese geladen. Das führt zu Gasbildung, Auslaufen und im schlechtesten Fall zum Bersten. Umgekehrt ist ein Akku dort, wo eine Lithium-Primärzelle vorgesehen war, nur nutzlos.
Anhaltspunkte:
| Hinweis | Deutung |
|---|---|
| Aufdruck des Fachs nennt „Akku”, „NiCd”, „rechargeable” | Ladeschaltung vorhanden |
| Zellen fest verbunden/verlötet statt einzeln entnehmbar | spricht für Akku |
| Reste einer Lithium-Knopfzelle (CR20xx) | Primärzelle, keine Ladung |
| Fach für handelsübliche Rundzellen mit Federkontakten | eher Primärzelle |
Ausgelaufener Elektrolyt aus Alkali- wie aus NiCd-Zellen ist Kalilauge — stark ätzend. Handschuhe und Augenschutz, und die abgekratzten Rückstände gehören in den Abfall, nicht in die Umwelt.
Vorgehen:
Nicht mit Schleifpapier grob abtragen (nimmt die Beschichtung mit) und nicht großzügig fluten.
FUNKTIONSAUFNAHME.md, Abschnitt D).
Im Zweifel den Speicher vorher auslesen und ausdrucken.