Bender µP601 — documenting a working medical safety tester

Field notes on the Bender µP601 / µP 601-1 (B928161) medical electrical safety tester (IEC 601-1, DIN VDE 0751): menu tree, built-in DPN-240 dot-matrix printer, RS-232, no manual available.

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Ausdruck digital aufnehmen — Entwurf

Ziel: Die Protokolle des µP601 elektronisch mitlesen, darstellen und speichern, statt sie nur auf Papier zu haben. Zwei Ausbaustufen:

  1. Auslesen — Protokolle auf einem Rechner erfassen und ablegen
  2. Anzeige — ein eigenständiges Gerät, das den Ausdruck lesbar darstellt

Stufe 2 setzt Stufe 1 voraus. Alles hängt an einer Frage, die noch offen ist.


Ausgangslage

Befund Woher
RS-232 vorhanden, 25-polig, V.24/RS-232C, BAUD 4800 Rückwand
Druckwerk ohne eigene Steuerung, Hauptplatine treibt den Kopf direkt ausgebautes Modul
Protokolle sind 24 Spalten breit, feste Zeichenpositionen Selbsttest-Ausdruck
Aufbau: Kopf, Trennlinie, Ergebnis, Einzelangaben Selbsttest-Ausdruck
Messdaten sind nur über den Drucker abrufbar MENUEBAUM.md, [S14]

Am Druckerstecker liegt kein Zeichenstrom, sondern Ansteuermuster für Nadelmagnete. Die RS-232 ist damit der einzig sinnvolle Weg — vorbehaltlich dessen, was sie tatsächlich ausgibt.


Die eine Frage, die alles entscheidet

Sendet die Schnittstelle von sich aus, was gedruckt wird?

Drei mögliche Antworten, drei völlig verschiedene Projekte:

Fall Was die Schnittstelle tut Aufwand
A — Protokollausgabe Sie gibt denselben Text aus, der gedruckt wird gering. Mitschneiden, fertig
B — Befehlsschnittstelle Sie antwortet nur auf Befehle hoch. Befehlssatz ist unbekannt und müsste erraten werden
C — stumm Sie tut nichts ohne Konfiguration mittel. Erst die Einstellung im Menü finden

Bevor das nicht geklärt ist, lohnt kein Hardwareentwurf. Der Versuch dazu kostet einen Nachmittag und einen Adapter.


Schritt 1 — Kabel und Anschluss klären

⚠️ Echtes V.24 mit ±12 V. Ein Mikrocontroller-UART direkt angeschlossen wird zerstört. Pegelwandler ist Pflicht — MAX3232 oder ein fertiger Adapter.

Welche Ader sendet? — der Zwei-Minuten-Test

Statt Belegungen zu raten: Spannung messen. Eine RS-232-Sendeleitung liegt im Ruhezustand auf etwa −12 V gegen Signalmasse; eine Empfangsleitung wird vom Gerät nicht getrieben und liegt nahe 0 V.

Damit erübrigt sich die Frage, ob das Gerät als DTE oder DCE verdrahtet ist — und ob ein Nullmodemkabel nötig wäre.

Erwartete Normbelegung (25-polig, DTE), falls sie zutrifft:

Pin Signal
2 TxD — Sendedaten
3 RxD — Empfangsdaten
4 / 5 RTS / CTS
6 / 20 DSR / DTR
7 Signalmasse

Schritt 2 — Passiv mithören

Nur empfangen, nichts senden. Der risikoloseste Versuch überhaupt.

Rohbytes mitschneiden, nicht nur Text. Steuerzeichen wie Zeilenvorschub, Seitenvorschub oder Papierschnitt sind für das spätere Zerlegen wichtig und gehen in einer reinen Textanzeige verloren.

Was der Mitschnitt beantwortet


Schritt 3 — je nach Ergebnis

Fall A — die Schnittstelle gibt das Protokoll aus

Dann ist das Wesentliche geschafft, und es bleibt Fleißarbeit:

Damit wäre nebenbei auch der Datenbestand des Vorbesitzers zu retten: die rund 69 gespeicherten Prüflinge (MENUEBAUM.md, [S13]), an die sonst nur über 69 Ausdrucke heranzukommen wäre.

Fall B — reine Befehlsschnittstelle

Ungünstig, aber nicht aussichtslos. Beim Vorgängerprojekt war die Schnittstelle des UNIMET vollständig dokumentiert — mit Prüfschritten und Befehlen als Zahlencodes. Für den µP601 gibt es das nicht.

Fall C — stumm

Erst die Einstellung finden. Bleibt es dabei, greift die Rückfallebene.


Rückfallebene: den Druckkopf mitlesen

Falls die RS-232 nichts hergibt. Aufwendig, aber machbar — und es zerstört nichts, weil nur mitgehört wird.

Am 13-poligen Steckverbinder liegen die Ansteuersignale des Druckkopfs. Daraus lässt sich der Text zurückgewinnen:

  1. Nadelleitungen und Taktsignal mitschneiden — Logikanalysator, wenige Kanäle genügen; nach dem Flexkabel sind es sechs bis sieben Nadeln
  2. Punktmuster rekonstruieren — jedes Zeichen ist ein Raster aus wenigen Spalten zu je sieben Punkten
  3. Muster den Zeichen zuordnen — der Vorrat ist klein, gut hundert Zeichen. Eine einmal erstellte Tabelle gilt für immer

⚠️ Pegel prüfen, bevor etwas angeschlossen wird. Magnettreiber arbeiten oft mit deutlich mehr als 5 V; ein Logikanalysator braucht dann einen Spannungsteiler.

Als Nebenprodukt entstünde dabei der komplette Zeichensatz des Geräts — eine hübsche Sache, aber kein Grund, diesen Weg zu wählen, solange die RS-232 nicht ausgeschöpft ist.


Erst danach: die Anzeige

Welche Hardware die Darstellung übernimmt, ist die letzte Entscheidung, nicht die erste. Sie hängt davon ab, was ankommt.

Aufbau Wofür
Rechner mit Terminalprogramm der Anfang. Kostet nichts, beweist alles
Kleinrechner mit Bildschirm ein eigenständiger Kasten neben dem Gerät, der Protokolle anzeigt und ablegt
Mikrocontroller mit Pegelwandler die kleinste Lösung; kann Protokolle ins Netz stellen. Zwingend mit MAX3232 oder gleichwertig

Empfehlung: mit dem Rechner anfangen. Solange nicht feststeht, ob und was die Schnittstelle liefert, ist jede gebaute Hardware eine Wette.


Was das Gerät dabei nicht merken darf

Das Vorhaben ist ausdrücklich nicht invasiv:

Damit bleibt der Auslieferungszustand erhalten — die oberste Regel dieses Projekts (../CLAUDE.md).